{"corpus":"steiner","locus":"GA 343/conceptual_knowledge_and_observation/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ja und nun die Sache mit der Medizin. Man kann allerdings auf der einen Seite materialistische Medizin studieren und auf der anderen Seite gesund sein. Man könnte ganz gewiß, wenn es das Schicksal will, auch unter Umständen krank sein, trotzdem man auch die anthroposophische Medizin kennt. Aber dieser Vergleich ist aus dem Grunde doch wiederum nicht ganz zutreffend, weil die materialistische Medizin, indem man sie kennt, eigentlich gar nichts zu tun hat mit dem Gesundsein im Erleben, sondern sie ist eben ein Wissen, und man kann dann aus dem Wissen heraus Handlungen vollführen. Bei der Anthroposophie ist es nun so, daß allerdings in der anthroposophischen Medizin auch ein abgezogenes Wissen da sein muß, aber man kommt durch sie dem Menschen doch viel näher. Da liegt aber etwas vor, was man außerordentlich schwer beweisen kann, und zwar aus folgendem Grund: Nehmen Sie an, ich finde es nötig, jemandem, der 40 Jahre alt ist, zu raten, er solle anfangen, sagen wir, nicht mehr zu rauchen oder keinen Wein zu trinken oder so etwas, und ich sage ihm, er würde dadurch tatsächlich seine Gesundheit verbessern, er würde länger leben, als er sonst leben würde. Nun stirbt er mit 48 Jahren; jetzt sagen die Leute, ja, er ist mit 48 Jahren schon gestorben, es hat ihm doch alles nichts geholfen. — Ich kann nicht beweisen, daß, wenn er den Wein nicht gemieden hätte, er vielleicht schon mit 44 Jahren gestorben wäre. Wenn man an solche Dinge herantritt, da liegen sehr leicht Klippen. Es ist außerordentlich schwierig, die Beweise zu liefern, weil eben durch das, was erreicht werden soll, gerade der Beweis aus der Welt geschafft wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-09-28","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/conceptual_knowledge_and_observation/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/conceptual_knowledge_and_observation/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/343/conceptual_knowledge_and_observation/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}