Vierzehnter Vortrag

GA 343/gnostics_and_montanists/p003 ·1921-10-03 · original (original)
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Meine lieben Freunde! Wir haben gestern begonnen einem Wunsche zu entsprechen, der mir gleich am Anfange des Kurses von Herrn Lizentiat Bock ausgesprochen worden ist, und wir werden ja finden, daß das, was wir nun brauchen zum Ausbau desjenigen, was ich gestern nachmittag ausgeführt habe über den Sakramentalismus im Sinne unserer heutigen Zeit, gerade gewonnen werden kann, wenn wir die Betrachtungen, die möglich und, ich möchte sagen, notwendig sind, anknüpfen an so etwas wie das 13. Kapitel des Markus-Evangeliums. Denn es muß sich uns ja darum handeln, daß wir durchaus wiederum in einem bestimmten Sinne ernstzunehmen versuchen das Heraussprechen aus dem lebendigen Worte. Es erscheint mir unmöglich, daß in der Zukunft ein Seelsorgerwirken sich ausbilden kann, ohne daß man selber sich hinentwickelt zu diesem Handhaben des lebendigen Wortes, eben zu dem Erleben des Wortes. Es ist aber unmöglich für den heutigen Menschen, der so stark in den Intellektualismus verstrickt ist, dazu zu kommen, das lebendige Wort in sich zu handhaben, ohne eine historische Vertiefung. Denn es ist ja nun einmal so, daß in der Handhabung der intellektualistischen Begriffe und Ideen wir es nur zu tun haben mit dem toten Worte, mit dem Leichnam des Logos, und daß wir es erst zu tun bekommen mit dem lebendigen Worte, wenn wir gewissermaßen durchdringen durch die Schicht, in der heute der Mensch einzig und allein lebt, durch die Schicht der toten, der leichnamsgemäßen Worte.

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