Vierzehnter Vortrag
Meine lieben Freunde, die katholische Kirche hat in einer gewissen Beziehung gut verstanden, den Zugang zu diesem lebendigen Worte bei denen zu verlegen, zu verbauen, welche nach ihrer Meinung die richtigen Gläubigen sein sollen. In der Seelsorge beachtet die katholische Kirche in einem gewissen Sinn dieses Lebendigwerden des Wortes ja schon, aber auch da gewissermaßen in einem äußerlichen Sinn. Das alles kann uns nur verständlich werden, wenn wir das, was ich gestern vorgebracht habe, tiefer durchdenken, und wenn wir es noch durch einiges Weiterdringen jetzt zur Klarheit bringen. Ich sage, die katholische Kirche hat sehr gut verstanden, in dieser Beziehung das Leben des Wortes auszutilgen, denn es gehört einmal zu den bedeutsamsten Zeitaltern der ganzen Menschheitsentwickelung dasjenige, was sich zugetragen hat kurze Zeit vor und etwa drei Jahrhunderte nach dem Mysterium von Golgatha gerade im zivilisierten Teil der Menschheit.
Cite:
GA 343/gnostics_and_montanists/p004 · edition original