Vierzehnter Vortrag

GA 343/gnostics_and_montanists/p006 ·1921-10-03 · original (original)
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Ich möchte Ihnen den Zugang ein wenig in der Art geben, wie ich es aus der Anthroposophie heraus tun muß, durch eine Darstellung, die an Symptomatischem das Geschichtliche zur Anschauung bringt. Zu dem Ausgetilgtesten gehört ja das, was man in den ersten christlichen Jahrhunderten im Gegensatz zur Pistis bezeichnete als die Gnosis. Die Gnosis ist gar nicht zu verstehen, wenn man nicht weiß, daß in dem Zeitalter, in dem sie, sagen wir, in der Form des Basilides oder des Valentinus [auftrat], bei denjenigen Menschen, die drinnenstanden in dem geistigen Leben der damaligen Zeit, ein ganz furchtbarer Kampf ausgefochten wurde, der sich etwas charakterisieren läßt, wenn man die Frage hinstellt: Was fangen wir armen Menschen jetzt an auf der einen Seite mit dem Geiste, der hereinragt in unsere Seele, und auf der anderen Seite mit unserer physischen Leiblichkeit, in die unsere Seele ebenso hereinragt? In einer furchtbaren Weise hat sich diese Frage als Seelenkampf gerade bei den religiösesten Menschen der angezeigten Jahrhunderte abgespielt. Und die zwei Gegenpole gewissermaßen in diesem Kampfe stellen dar die Gnosis und der Montanismus.

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