{"corpus":"steiner","locus":"GA 343/gnostics_and_montanists/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und so, möchte ich sagen, entstand in der geschichtlichen Entwickelung der Kampf um das Moralische. Was erlebt worden ist in diesem Kampfe, das weist hinein bis in die heutigen Tage, und es kann geistig dem religiösen Suchen, dem religiösen Verhalten aufgedrängt sein bis in Verirrungen hinein. Noch immer nicht ist der Ausgleich gefunden zwischen Pistis und Sophia, zwischen Pistis und Gnosis. Noch immer klafft dieser Abgrund, demgegenüber der Schreiber des Johannes-Evangeliums den unendlichen Mut hatte, sich darüber zu stellen und die Wahrheit dazwischen zu finden. Dieses Aufbieten der Kraft im Suchen des Moralischen, im Rettenwollen des Göttlichen, indem man es nur auf das Moralische anwandte, das empfanden in ihrer schlichten, tiefen, allerdings unvollkommenen Art jene süddeutschen religiösen Leute, die heute nur als Sektierer angesehen werden, die Theosophen, die wir ja einerseits in Bengel, andererseits in Oetinger finden, die aber viel zahlreicher waren als diese zwei, und die mit aller Macht danach strebten, völlig ernst zu nehmen die Erringung des Göttlichen im Moralischen, die aber gerade, indem sie die Erringung des Göttlichen im Moralischen suchen, darauf kommen: Wir brauchen eine Eschatologie, wir brauchen eine Prophetie, wir brauchen ein Vorausschauen im Weltengang. Daher das noch Unvollkommene im Streben dieser Theosophen von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vom Ende des 18. Jahrhunderts, in denen wir das Morgenrot sehen müssen von demjenigen, was dann neuerdings völlig verschüttet worden ist am Ende des 19.Jahrhunderts und im Beginne des 20. Jahrhunderts, und was von allen denjenigen, die die Notwendigkeit einer religiösen Erneuerung empfinden, eben durchschaut werden muß.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-03","location":null,"word_count":252,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/gnostics_and_montanists/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/gnostics_and_montanists/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/343/gnostics_and_montanists/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}