Elfter Vortrag

GA 343/insights_into_the_mystery_of_golgotha/p014 ·1921-10-01 · original (original)
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Und dasjenige, was in der Anthroposophie auftreten will, das ist eben das Wiedererringen eines übersinnlichen Wissensstoffes, der ebenso übersinnliches Wissen ist wie dasjenige, was in den Dogmen erstorben vorliegt; Anthroposophie will für das Ereignis des Mysteriums von Golgatha eine neue Auffassung vermitteln, ein neues Verständnis entwickeln, denn die Dogmen der katholischen Kirche passen für die [heutige] Seelenverfassung nicht [mehr]. Das ist das außerordentlich Wichtige, daß die Dogmen der katholischen Kirche nicht durchdringen lassen zum Verständnis des Mysteriums von Golgatha. Das Meßopfer läßt [die Seelen der Menschen] durchdringen zu etwas anderem, zu einer Gemütsanteilnahme an den Symbolen des Meßopfers. Es ist schon so, daß die römisch-katholische Kirche mit eisernster Konsequenz auch im 19. Jahrhundert ihre Linie eingehalten hat. Manches kommt einem außerordentlich fremd vor, wenn man herangeht an die von der katholischen Kirche im 19. Jahrhundert festgestellten Dogmen. Ich möchte Ihnen da wiederum eine Erfahrung vorsetzen, aus der Sie sehen werden, welcher Abgrund da doch vorhanden ist, und damit Sie eine Einsicht bekommen können, wie ein solcher Abgrund überbrückt werden kann.

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