{"corpus":"steiner","locus":"GA 343/ordination_and_transubstantiation/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Also diese Einweihung war schon etwas ganz Bestimmtes; es handelte sich darum, daß die Einweihung in diesen älteren Zeiten dadurch vollzogen worden ist, daß der Mensch selber physisch Dinge durchmachen mußte, welche gewissermaßen eine Art innerliches Sakrament ausmachten. Die Sakramente waren in älteren Zeiten mehr innerlich. Nehmen Sie zum Beispiel so etwas, daß der Mensch durch äußere Veranstaltungen, durch äußere Verrichtungen in Furcht versetzt wurde. Zum Beispiel in Griechenland gab es ja Mysterien, wo einer der wichtigsten Vorgänge war, daß der Mensch in völliges Dunkel geführt wurde, daß er ins Dunkel sich einleben mußte, und daß er dann einer plötzlichen Erleuchtung des ganzen Raumes gegenüberstand — das war die Perzeption, die ihm gegeben worden ist. Worauf es damals ankam, das war diese Überführung des Bewußtseinszustandes aus einem Sein im Dunkeln, in der Finsternis, in das Helle. Da aber geht im Menschen etwas vor, da gehen feine Prozesse im Menschen vor. Diese feinen Prozesse, die da vorgehen im Menschen, kann ich Ihnen in der folgenden Weise beschreiben. Wenn die Menschen, nachdem sie dieses Übergehen aus dem Finsteren in das Helle eine Zeitlang erlebt haben, auf diesem Gebiete wissend werden, dann sondert sich im Menschen — je nach seiner Beschaffenheit verschieden — Salz ab, das sich ablagert, Salzablagerungen, die dadurch eigentlich stattfanden, daß die Überführung aus dem dunklen Zustand in den hellen Zustand, auch im Wechsel, geschah. Dieser [Vorgang] war vollständig zu etwas gemacht worden, dessen der Mensch gewahr wurde, das er begleitete mit einem gewissen Gefühl, das allerdings dem Furchtgefühl sehr ähnlich war. Dieses Salzablagern, das nahm der Mensch wahr; er nahm also eine innerliche Wechselbeziehung wahr, er nahm etwas wahr, was in ihm vorging. Und in diesem Moment, wo das [in ihm] durch eine äußere Verrichtung geschah, hatte der Mensch einen Einweihungsvorgang durchgemacht, denn die Einweihung in älteren Zeiten bestand durchaus darin, daß im Menschen selber solche Vorgänge hervorgerufen wurden. Das aber, worauf es jetzt ankam, das war das, was einen solchen Vorgang der Salzablagerung im Innern begleitete. Ein solcher Vorgang der Salzablagerung im Innern war begleitet davon, daß der Mensch sich im Bewußtsein imprägniert fand [von der Lichtperzeption, aber] nicht bloß von der Lichtperzeption, sondern von der im Licht enthaltenen Geistigkeit; er nahm also auf die im Lichte enthaltene Geistigkeit. Indem das Salz koaguliert im Innern des Menschen, fühlt der Mensch diese Koagulation des Salzes in sich als ein Durchdrungensein von dem Göttlichen. Diese Zustände zu bewußten zu machen, das war die Kunst der Einweihung in älteren Zeiten. Der Mensch konnte ganz anders sprechen, bei dem das Leben im Lichte nicht bloß ein Vorgang der sinnlichen Wahrnehmung war, sondern ein solches Durchdrungensein [vom Lichte], daß er sagen konnte: Indem ich im Lichte lebe, koaguliert in mir die Materie. - Und mit dem, was in der gewöhnlichen Materie enthalten ist, nahm er in gewisser Beziehung unmittelbar wahr die Wirkung desjenigen, was über der Substanz der gewöhnlichen Materie liegt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-03","location":null,"word_count":478,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/ordination_and_transubstantiation/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/343/ordination_and_transubstantiation/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/343/ordination_and_transubstantiation/p011"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}