Fünfzehnter Vortrag

GA 343/ordination_and_transubstantiation/p013 ·1921-10-03 · original (original)
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So also, möchte ich sagen, wird durch die Priesterweihe das menschliche Bewußtsein in einen solchen Zustand gebracht, daß man mit einer völligen inneren Überzeugung sagen kann: Die Welt, die uns umgibt, ist eigentlich nur ein Fragment der Welt; sie ist da, um uns vieles zu verbergen, um uns namentlich [das Geistige in den] Prozessen zu verbergen. Wir sehen ein Geistiges in den Prozessen, wenn wir eben dazu in der entsprechenden Weise vorbereitet sind. Und die Priesterweihe besteht eben darin, daß der Mensch so vorbereitet wird zum geistigen Anschauen, daß er überall im sinnlichen Prozeß auch den geistigen Prozeß sieht. Nehmen wir einen konkreten Fall. Wir sehen eine Pflanze die Blätter entwickeln, die Blüte entwickeln, den Fruchtknoten, die Staubgefäße entwikkeln, wir sehen den Fruchtknoten reifen. (Es wird an die Tafel gezeichnet, links.) Und wir nehmen dann wahr, wie der Blütenstaub herumfliegt, wie er die Blüten befruchtet. Wer nur das Äußerliche sieht, der beurteilt eben im Sinne der äußeren Vorgänge, die dann mit dem Verstande kombiniert werden. Derjenige, der reif sein soll, das Geistige zu sehen, muß ein übersinnliches Weben sehen, das sich gewissermaßen als wogendes Getriebe über dem Pflanzenwachstum ausdehnt und alles das mitbewirkt, was Pflanzenbefruchtung ist. Dadurch aber wird die Erde, in welcher die Pflanze wurzelt, in eine Wechselbeziehung gebracht zu der geistigen Umgebung der Erde.

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