Fünfzehnter Vortrag

GA 343/ordination_and_transubstantiation/p019 ·1921-10-03 · original (original)
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Bei den Aposteln war es das unmittelbare Zusammenleben [mit dem Christus], bei den Apostelschülern war es wiederum das übertragene Zusammenleben [mit ihm], sie hatten die Hände aufgelegt bekommen von denen, die den Herrn noch berührt haben, und derjenige, der in der dritten Generation war, der hatte wiederum die Hände aufgelegt bekommen von einem, der sie aufgelegt bekommen hat von dem, der den Herrn noch gefühlt hat. Sie werden ein Gefühl von der apostolischen Sukzession bekommen, wenn Sie nun dieses, was ich sage, sich zum Bewußtsein bringen, und Sie werden dann auch ein Gefühl dafür bekommen, was es heißt, drinnenzustehen in einer Welt, die geistig gewissermaßen so ist wie das SelbstDarinnenstehen in einer physischen Ahnenreihe. Die physische Ahnenreihe fließt durch die Geburt. Die geistige Ahnenreihe aber, die hinaufgehen muß bis zu dem geistigen Ahnenvater, dem Christus Jesus, sie fließt durch die fortlaufende kontinuierliche Vollziehung der Weihezeremonien, die hinaufführen bis zu dem Christus, die allerdings immer mehr und mehr äußerlich werden müssen, weil sie intensiver im Eindruck auf den Menschen wirken müssen. So wurden daher schon in den nächsten Jahrhunderten außer dem Händeauflegen auch andere Zeremonien aufgenommen, um den äußeren Eindruck stärker zu machen. Es war eine Verinnerlichung dagewesen gerade bei denjenigen, die den Christus Jesus umgaben; da übte der Christus Jesus selber einen Kultus aus. Meine lieben Freunde, wozu war das nötig gewesen? Das Leben des Christus Jesus war Kultus für diejenigen, die um ihn waren. Dasjenige, was sich da vollzog in der Wirklichkeit, das war Kultus; das große Meßopfer wurde vollzogen auf Golgatha. Da werden wir zurückgeführt zu der ersten Vollziehung des Kultus; wenigstens lebte es so im christlichen Bewußtsein. Dann kam dasjenige, was in äußeren Zeichen vor sich geht; das verlangte aber die Notwendigkeit, durch äußere Verrichtungen, wie zum Andenken, dasjenige den Augen zu zeigen und der Seele im Gebet einzuprägen, was eben nicht mehr so lebendig sein konnte wie bei den Aposteln und den Apostelschülern selber.

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Cite: GA 343/ordination_and_transubstantiation/p019 · edition original