Fünfzehnter Vortrag

GA 343/ordination_and_transubstantiation/p029 ·1921-10-03 · original (original)
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Wie wurde der Kultus gefühlt? Er wurde da tatsächlich so gefühlt, daß derjenige, welcher räuchert, wußte, was er im Räuchern vollführte, er wußte, daß er das, was er ausdrücken will, auch nur durch das Räuchern ausdrücken konnte. So müssen Sie wieder fühlen lernen, daß Sie, wenn Sie irgendeine Zeremonie vollführen, selber wissen müssen: die Zeremonie muß in dieser Weise vollführt werden. Der Mensch weiß heute, wenn er sich an die Welt der anderen Menschen wendet, was er zu sprechen hat, er weiß sein inneres Leben in Worte zu kleiden. Meine lieben Freunde, es gibt eine Stufe des Empfindens, wo man innerlich erlebt, wie es unmöglich wird, in Worten fortzufahren, wo einfach dasjenige, was man sagen will, nicht mehr in das Wort hineingeht, wo man innehalten muß im Worte oder höchstens das Wort fortsetzen kann, indem man die heilige Handlung vollzieht, wo man anfangen muß, nicht bloß das Wort hinausertönen zu lassen, sondern wo zum Beispiel die Rauchentwickelung geschehen muß, wo im ganz besonderen imaginativ vollzogen werden muß die eine oder andere Handlung. Wo das Wort sich verbindet mit einer bestimmten Handlung, indem Sie zu dem ursprünglichen Bewußtsein kommen, wo also so, wie Ihr Seeleninhalt, in dem das Göttliche lebt, sich ergießt in das Wort, nun Ihr Seeleninhalt sich ergießt in die äußere Handlung, da wird diese äußere Handlung nicht mehr bloß eine phänomenale, sondern da wird sie eine noumenale sein, da werden Sie sich herausheben aus dem, was die äußere Welt ist, da werden Sie allmählich hineinkommen in das Sakramentale.

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Cite: GA 343/ordination_and_transubstantiation/p029 · edition original