Dreizehnter Vortrag
Und nun haben wir als Siebentes jenes Abbild im Irdischen, das im Irdischen das [Verhältnis zwischen] dem Geistig-Seelischen und dem Physisch-Leiblichen zum Ausdruck bringt; dieses Verhältnis ist auf naturgemäße Weise gegeben in dem Verhältnis zwischen Mann und Weib. Für jede richtige Anschauung ist ja das Verhältnis von Mann und Weib so, daß im Weibe dasjenige überwiegt, was den Menschen mehr nach dem Geistig-Seelischen hinneigt, im Manne dasjenige, was den Menschen mehr hinneigt nach dem Physisch-Leiblichen. Ja, das ist so. Es ist gewissermaßen auf der Erde zum Ausdruck gebracht das Verhältnis, das der Mensch zum Geistigen hat; und es ist, ich möchte sagen, das Weib um eine Stufe weniger heruntergestiegen in das irdische Leben als der Mann. Man müßte das eigentlich noch anders sagen, man müßte sagen: Das Heruntersteigen in das irdische Leben würde durch eine gewisse Grenze bezeichnet werden können, das Weib erreicht diese Grenze nicht vollständig, der Mann aber überschreitet sie; darin besteht eigentlich der Gegensatz zwischen Mann und Weib, im Physisch-Leiblichen ausgedrückt. Es ist eine gewisse Grenze zu überschreiben, das Weib erreicht sie nicht vollständig, der Mann überschreitet sie. Beide tragen also eine gewisse Unvollkommenheit in sich; zwischen beiden besteht daher ein Spannungszustand. Und wenn für diesen Spannungszustand, der naturgemäß gegeben ist in dem Verhältnis zwischen Mann und Weib, sein sakramentaler Evolutionswert gesucht wird — es ist ein tief verborgener Involutionsvorgang, auf den wir hier hindeuten, wenn wir auf das Männliche und Weibliche hindeuten —, so haben wir den gegeben in dem Sakrament der Ehe. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
Cite:
GA 343/sacraments_evolution_and_involution/p042 · edition original