Dreizehnter Vortrag

GA 343/sacraments_evolution_and_involution/p044 ·1921-10-02 · original (original)

Das ist dasjenige, was in der christlichen Esoterik immer gelegen hat in bezug auf den Sakramentalismus, insofern er auf den Menschen anzuwenden ist, daß der Mensch, der in die Welt hereintritt, zum Teil nur ausgestattet ist mit Evolutionswerten, zum Teil nur mit Involutionswerten, und daß immer dazugefügt werden muß durch das Sakrament zu dem Evolutionswert der Involutionswert, und zu dem Involutionswert der Evolutionswert. Man spricht gleichsam die Grundempfindung aus: Der Mensch tritt als ein unvollständiges Wesen in das irdische Dasein, er muß erst zu einem vollständigen Wesen gemacht werden. Als Individuelles drückt sich seine Unvollkommenheit aus in der Geburt, in der Reife, in der Verleiblichung, in der Erinnerung, im Tod. Dazu muß der Mensch, damit er vollkommen physisch-leiblich-geistig-seelisch lebt, hinzufügen auf sakramentale Weise: die Taufe, die Firmung, das Altarsakrament, die Buße und die letzte Ölung. In bezug auf das Soziale steht der Mensch in dem ausnahmsweisen Zustand der Priesterlichkeit drinnen, wo durch das äußere Zeichen in sakramentaler Weise in der Priesterweihe auch hingewiesen werden soll auf dasjenige, was tief verborgen als Involutionswert vorhanden ist. Und in der Heiligung der Ehe durch das Sakrament soll eben zum Ausdruck kommen, wie das, was nur unvollständig gegeben ist bei Mann und Weib als ein Involutionswert, durch eine äußere sakramentale Handlung, durch den entsprechenden Evolutionswert ergänzt wird.

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