Siebenter Vortrag
Rudolf Steiner: Nun, bezüglich der ersten Frage: Sie werden schon gesehen haben, meine lieben Freunde, aus dem, was ich heute morgen gesagt habe, daß gesucht werden muß in der Veranschaulichung der auf das Übersinnliche bezüglichen Seeleninhalte auch dasjenige, was auf den Weg zur sprachbildenden Kraft führt. Sprachbildende Kraft: Wir haben heute eigentlich kein direktes Lautverständnis mehr, wir haben im Grunde genommen nurmehr ein solches Verständnis für die Worte, daß unsere Worte Zeichen bleiben. Nun muß ja der Mensch natürlich von demjenigen ausgehen, was, möchte ich sagen, das Geistesmilieu seiner Zeit ist. Es muß also der Mensch aus der gegenwärtigen Zeit gerade für solche intimen Dinge von dem ausgehen, was gegenwärtig vorhanden ist. Gerade eine solche Frage aber bringt natürlich zunächst auf Gebiete, die in das rein Technische hineinführen. Zunächst hat man nötig, das Verständnis für den Laut wiederum in sich rege zu machen. Man kommt nicht leicht zu einem freien Gebrauch der Sprache, wenn man nicht den Laut als solchen in sich rege macht. Ich möchte so vorgehen, daß ich Sie vielleicht zunächst auf gewisse Beispiele aufmerksam mache.
Cite:
GA 343/speech_formation/p004 · edition original