Siebzehnter Vortrag

GA 344/1922-09-21_02/p021 ·1922-09-21 · original (original)
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Das ist die Zeremonie, und wenn sie in dieser Weise richtig ausgeführt wird, so hat die Zeremonie jene Zartheit, die sie haben muß, wenn eben nicht Verwirrung oder wenigstens eine Art Aufregung in der Seele des Kranken hervorgerufen werden soll. Daß sich eine solche Zeremonie vollziehen läßt, ohne daß eine solche Aufregung in der Seele des Kranken herbeigeführt wird, das wäre eben die Aufgabe des Seelenhirtenamtes für das Leben, so daß der Kranke genügend vorbereitet ist, um in Gedanken auch eine solche Zeremonie in der richtigen Weise aufzunehmen. Nun sind in diesem Zusammenhang, meine lieben Freunde, noch einige Worte zu sprechen über die eine Frage, die Sie an mich gerichtet haben in bezug auf die drei Zeitalter des Petrus, des Paulus und des Johannes. Ja, und dann fragten Sie auch über die Perioden der Kirchengeschichte nach den zwölf Aposteln. Nun sind diese Dinge ja so, daß sie immer nur den Kern von Lehren gebildet haben, die überliefert worden sind, und die man ja selbstverständlich in der verschiedensten Weise aussprechen kann. Daß sie bei Schelling auftreten, das rührt nun davon her, daß Schelling einmal eine Schrift gelesen hat etwa aus dem 13. Jahrhundert, in der von solchen Dingen noch als von etwas Selbstverständlichem gesprochen worden ist. Inhaltlich kann man sich das dadurch klarmachen, daß man etwa das folgende sich sagt: Wir haben es zunächst zu tun mit der Erscheinung des Christus Jesus auf Erden, mit seiner Passionsgeschichte, mit dem Mysterium von Golgatha, mit der Auferstehung und mit der Erscheinung des Christus im ätherischen Leibe vor denjenigen, die ihn in einem solchen Ätherleibe erkennen konnten. In dieser Art wirkte zunächst auf die dem Christus Jesus nahestehenden Schüler das Mysterium von Golgatha, so daß es ihnen erschien als der Abschluß der alten Zeit. Vor allen Dingen sahen sie in dem ersten Menschen Adam dasjenige, was innerhalb der physischen Organisation dieses Adam durch die kosmischen Freignisse wobei jetzt der geistige Kosmos gemeint ist mit allen Widersachern -— so geworden war, daß es im Lauf der Erdenentwickelung bis zum Mysterium von Golgatha immer brüchiger und kranker werden mußte. Und sie sahen in dem Mysterium von Golgatha auch nach der Lehre, die ihnen nach der Auferstehung zuteil geworden ist — dasjenige, was den Menschen wiederum heilt, so daß sein brüchiger Leib die Sünden nicht entfallen läßt in die Erde, die dadurch verdorben würde, sondern daß die Sünden bewahrt werden zur Erlösung. Sie sahen also im eminentesten Sinne in dem Christus Jesus den Menschen, wie er jetzt auf der Erde erschien, um die Menschheit dasjenige Stück wiederum hinaufzubringen, das der Mensch herunterfallen mußte durch die besondere Art des Eintritts in das irdische Dasein durch Adam.

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Cite: GA 344/1922-09-21_02/p021 · edition original