Siebzehnter Vortrag

GA 344/1922-09-21_02/p023 ·1922-09-21 · original (original)
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Dem stand gegenüber die Lehre des Saulus. Die Lehre des Saulus beginnt damit, daß der Christus allerdings auf dem Wege ist von überirdischen Welten zur Erde herunter, daß aber dieses Ereignis sich gar nicht so vollziehen könne, wie es sich als Mysterium von Golgatha in Palästina eben vollzogen hat. Denn aus denjenigen Einweihungsstätten heraus, die der Saulus durchgemacht hatte, kam die Anschauung, daß der Christus ohne weiteres auf der Welt in Herrlichkeit erscheine und nicht durch dasjenige gehen dürfe, was den Juden als schändend erschien: den Kreuzestod. An dem Kreuzestod nahm Saulus Anstand, und er kam erst dazu, sich zu dem Christus zu bekennen nach dem Ereignis von Damaskus, durch das ihm auf eine Weise, die nicht irdisch war — also auch nicht aus den Mysterien -—, aus dem Ätherischen heraus klar wurde, daß das Mysterium von Golgatha wirklich die Erscheinung des Christus auf Erden ist. Von da an entstand die Notwendigkeit, das Ereignis von Golgatha immer mehr und mehr mit dem menschlichen Verstande zu verstehen. Nur war dieser menschliche Verstand in der Zeit, in der Paulus auf Erden lebte, allerdings noch so, daß er durch eine leichte Entfaltung in der Lage war, solche Dinge zu verstehen, wie wir sie dann als die Interpretation des Mysteriums von Golgatha in allen Paulusbriefen finden, wo auch durchscheint die Auffassung von der Wiederaufrichtung der menschlichen Natur, die als adamitische Natur heruntergefallen war, durch den Christus Jesus.

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