Siebzehnter Vortrag

GA 344/1922-09-21_02/p030 ·1922-09-21 · original (original)
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Sie sehen ja am besten, immer wenn Proben von Übersetzungen gegeben werden, auch an der heutigen Probe, wie verklungen ist in der Menschheit das Bewußtsein von dem Zusammenhang der menschlichen Seele mit den kosmischen Welten. Geradesowenig wie ein Blinder, wenn er nicht von außen davon hört, Bäume, Flüsse, Wolken beschreiben könnte, so wenig kann der heutige Mensch, wenn er einen Text vor sich hat, ihn interpretieren mit dem, was er sieht; er wird das heraus interpretieren, was er nicht sieht. So ist aus der Ohnmacht gegenüber dem, was in den Evangelien liegt, allmählich der Mangel der Übersetzungen gekommen. Und da dann im intellektualistischen Zeitalter von der Mitte des 15. Jahrhunderts ab zu diesem Mangel eine ungeheure Überhebung, eine Hoffart sich geltend gemacht hat, so ist die Ansicht entstanden, die eine rein überhebliche Hoffart ist, man müsse das ausschalten, was aus dem Kosmischen heraus in den Evangelientexten steht, man müsse zu den schlichtesten Menschen sprechen.

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