{"corpus":"steiner","locus":"GA 344/1922-09-21_02/p058","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich muß sagen, mir hat es manchmal durch die Seele geklungen, wenn ich zu Ihnen heraufgekommen bin: Warum haben Sie jetzt keinen Schweizer in Ihrem Kurs? Als wir das letzte Mal hier waren, waren noch Schweizer unter Ihnen. Also mit dem allgemeinen Ausscheidungsprozeß sind sämtliche Schweizer weggegangen. Das, was Sie jetzt haben, ist eingeschlossen innerhalb der deutschen Reichsgrenzen, und es kann doch natürlich dabei nicht bleiben, sonst würden Sie ja eine deutsche Kirche gründen. Das Christentum kann nicht in Landesgrenzen, auch nicht in politische Landesgrenzen eingeschlossen werden. Wir müssen unser Vorhaben nicht enger, sondern viel weiter denken. Es ist durchaus etwas, was mich bedrückt, daß Sie so allein gelassen worden sind von den außerhalb der deutschen Reichsgrenzen lebenden Mitgliedern. Es sind ja diejenigen unter Ihnen, die schon Pfarrer waren, der Zahl nach gering. Die Schweizer Pfarrer haben ja ausscheiden müssen. Das ist bei der besonderen Art dieser Persönlichkeiten sehr begreiflich. Aber es ist die Tendenz da, daß auch die jüngeren schweizerischen Leute nicht zu dieser Arbeit herankommen, die als Schweizer ebenso in der Schweiz Gemeinden gründen könnten, wie Sie in Deutschland Gemeinden gründen können. Es liege dies daran, daß unter den schweizerischen jungen Leuten nicht so viele Idealisten seien wie unter den deutschen. Sie wüßten, daß sie auf dem zu betretenden neuen Weg nicht so ihre Gehälter bekommen wie auf dem alten Weg. Der Altkatholizismus hat den Fehler, daß er nicht ein neues Element in sich aufgenommen hat in ganz unbefangener Weise, sondern daß er im wesentlichen wiederum zurückgehen will zu dem, was durch den Ultramontanismus verfälscht wurde. Der Altkatholizismus leidet an seiner Negation, er ist eigentlich nur anti-ultramontan.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-09-21","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/344/1922-09-21_02/p058","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/344/1922-09-21_02/p058"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/344/1922-09-21_02/p058","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 344/1922-09-21","note":"Another lecture given on the same date as 1922-09-21; the suffix only separates two lectures of one day."}}