Erster Vortrag
Die Transsubstantiation wurde jetzt nicht mehr so vollzogen, daß aus dem astrologischen Verfolgen der kosmischen Vorgänge hergenommen wurde, was an Substanzen und Kräften einfließen sollte in das Zelebrieren der Transsubstantiation, sondern es wurde das Geheimnis auf eine andere Weise gesucht. Es wurde namentlich das innere Wesen desjenigen aufgesucht, was man in der alten Alchimie noch genannt hat: die Fermente. Das, was ein bestimmtes Alter erreicht hat und in bezug auf sein substantielles Dasein unverändert hindurchgegangen ist durch die verschiedenen Stadien, in denen es die Umwandlung anderer Substanzen bewirkt hat, das ist ein Ferment. Wir brauchen uns, wenn wir einen trivialen Vergleich wählen wollen, nur zu erinnern, wie man Brot backt; es geschieht nach demselben Prinzip. Man bewahrt von dem alten Teig ein kleines Teil auf und gibt es als Ferment dem neuen Teig zu. Wir stellen uns vor, wie in den Zeiten der halbalten Mysterien uraltes Substantielles, das durch die Umwandlung anderer Substanzen durch die Zeiten hindurch seine eigene innere Substanz bewahrt hat, aufbewahrt wurde in heiligen Gefäßen, die in den Mysterien selber etwas uralt Heiliges, etwas Ehrwürdiges waren.
Cite:
GA 346/1924-09-05/p026 · edition original