Dritter Vortrag

GA 346/1924-09-07/p031 ·1924-09-07 · original (original)
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Sehen Sie, die Apokalypse ist noch in der Mysteriensprache abgefaßt und sie bedient sich noch solcher Bezeichnungen, die an die große Zeit erinnern, wo der Mensch den Makrokosmos als sprechendes Weltall gefühlt hat. Wir haben heute das, was in alten Zeiten ein höchstes Geistiges war für die Menschen, die Laute der Sprache, abgeschattet zur Trivialität. Wir müssen fühlen können, was da geschehen ist. Was ist denn geschehen? Die Laute sind da, aber die Götter sind für den Menschen nicht mehr in den Lauten da. Die Götter haben die Laute verlassen. Und die ahrimanischen Wesenheiten stecken auf dämonische Art in unseren Lauten. Die Volksvorstellung, daß die Laute unserer Sprache, wenn sie nurmehr fixiert werden, etwas von schwarzer Magie in sich enthalten, ist durchaus nicht unbegründet. Darin ist eine gesunde Volksvorstellung enthalten. Denn die göttlichen Laute von ehemals sind ahrimanisiert. Die Götter von ehemals haben die Laute verlassen, ahrimanische Wesenheiten sind eingezogen. Und wenn wir nicht wieder den Weg zurück finden auf diesem Gebiet, dann wird der Mensch schon durch die Sprache sich immer mehr mit ahrimanischen Mächten durchdringen.

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Cite: GA 346/1924-09-07/p031 · edition original