Dritter Vortrag

GA 346/1924-09-07/p044 ·1924-09-07 · original (original)
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«Dies ist die Offenbarung Jesu Christi» — so steht es in einer Übersetzung -, «die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knechte Johannes.» — So steht es da, und es wird in aller Welt dies als Wortlaut der Apokalypse den Leuten gesagt. Aber niemand kann in Wirklichkeit sich darunter etwas vorstellen. Und so ist es bei dem größten Teil der Evangelien. Weil man mit dem Wortlaut, der nichts mehr gibt von dem, was ursprünglich dasteht, den Leuten klarzumachen versucht, daß dieser Wortlaut etwas sei, dadurch ist allmählich die Vorstellung entstanden, daß man überhaupt nicht tiefer eindringen solle in die Evangelien. Denn wie sollte man das auch machen? Wenn man die Evangelien in irgendeiner modernen Sprache liest, so versteht man, wenn man ehrlich ist, nichts mehr. Denn was da in den modernen Sprachen steht, drückt nichts mehr aus. Man muß erst wieder zurückgehen auf das, was ursprünglich da ist, wie wir es in bezug auf die zwei ersten Sätze gemacht haben und wie wir es für weitere machen werden.

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Cite: GA 346/1924-09-07/p044 · edition original