Fünfter Vortrag
Nun haben wir gestern hingewiesen auf die sieben Gemeinden, und wir haben von einem Gesichtspunkt aus hingewiesen auf die Gemeinde von Ephesus. Die Welt ist wahrhaftig reich an Gesichtspunkten, und in ein und dieselbe Sache können viele Gesichtspunkte hereinspielen. Wir können die Gemeinde von Ephesus so charakterisieren, wie wir das gestern getan haben, und wir finden dann, wie aus heidnischen Voraussetzungen heraus innerhalb dieser einen Gemeinde das Christentum entwickelt worden ist. Wir können aber auch darauf hinweisen, wie in diesen Impulsen wirklich viel von dem enthalten war, was die Grundstruktur der ersten nachatlantischen Zeit war, mehr als das im Indien der späteren Zeit der Fall war. So daß man in dem, was zu Ephesus sich als Christentum entwickelte, in gewissem Sinne die christliche Fortsetzung der Weltauffassung und Lebensanschauung der ersten nachatlantischen Zeit sehen kann, während in der Gemeinde von Smyrna, die in der Apokalypse an zweiter Stelle genannt wird, zunächst die urpersische Kultur gelebt hat, die dann übergegangen ist in das Christentum.
Cite:
GA 346/1924-09-09/p005 · edition original