Fünfter Vortrag

GA 346/1924-09-09/p022 ·1924-09-09 · original (original)
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In unserer Gegenwart muß der Priester von allem Äußeren, in das der Mensch gestellt ist, durchdringen in seine Seele hinein. Der Priester muß in gewissem Sinne anfangen, den Menschen so anzusehen, wie ich es vorgestern charakterisiert habe, daß man den Menschen ansehen muß, wenn man auf sein Karma kommen will. Ich habe gesagt: Wenn man auf das Karma des Menschen kommen will, darf man ihn nicht auf seinen Beruf, nicht auf seine sozialen Verhältnisse und nicht auf sein Können oder Nichtkönnen ansehen, sondern man muß tief in seine Seele hineingehen, in die Eigenschaften, in die Fähigkeiten, die in jedem Beruf im Grunde genommen zum Ausdruck kommen können. Denn man muß ja hinschauen auf dasjenige, was der Mensch im vorigen Erdenleben war. Nun, soweit braucht ja der Priester nicht zu gehen. Aber anfangen muß der Priester damit, alles Äußerliche zu durchschauen und auf das Innerliche zu sehen, das rein Menschliche, das, wodurch der Mensch jedesmal innerlich eben Mensch, individuell gearteter Mensch ist.

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Cite: GA 346/1924-09-09/p022 · edition original