Neunter Vortrag

GA 346/1924-09-13/p007 ·1924-09-13 · original (original)
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Und so ist sich der Apokalyptiker bewußt, indem er die Offenbarung empfängt, daß diese Tatsache geschehen ist und daß diese Tatsache durch ihn weiterwirkt. Das ist es, worauf es ihm ankommt. — Was geschieht denn dadurch fortlaufend? Nicht wahr, formal betrachtet lebt der Mensch, namentlich wenn wir seinen heutigen Zustand betrachten, so, daß er während des Tages seine vier «Kleider», den physischen Leib, den ätherischen Leib, den astralischen Leib und das Ich, mit einer gewissen Normalität verbunden trägt. Wenn er im Schlafzustand ist, sind der astralische Leib und das Ich außerhalb des physischen und ätherischen Leibes, sie sind in dem Geistgebiet der irdischen Umgebung, das hinter den sinnlich-physischen Erscheinungen ist. Sie sind ja zunächst beim Menschen heute nicht auf Wahrnehmbarkeit eingerichtet, das sind sie erst durch die Initiation. Der Mensch lebt ein dumpfes Dasein im Schlafe, von dem er nur ein allgemeines Gefühl hat beim Erwachen, oder er schaut Träume, die auf die oft beschriebene Weise aus dem Schlaf auftauchen. Wir haben auf der einen Seite in der geistigen Welt darinnen den astralischen Leib und das Ich des Menschen, und die stehen eigentlich so in jener Welt drinnen, daß sie zunächst keine Impressionen, keine unmittelbaren Impressionen von Christus und seiner Wesenheit erhalten können. Wenn wir uns also nichts anderes denken als das, was ich jetzt erwähnt habe, würden das Ich und der astralische Leib jede Nacht in die geistige Welt hineingehen und würden da keinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Christus haben; sie würden am Morgen wieder in dieses Irdisch-Physische zurückkommen und sie würden — da nun das Mysterium von Golgatha im Laufe der Erdenevolution vor sich gegangen ist — sogleich einen Eindruck von dem Christus haben, denn der Christus ist da in der Erdenaura. Aber dieser Eindruck würde dumpf bleiben. Geradeso wie sonst die nächtlichen Eindrücke für den Tag dumpf bleiben, so würde dieser Eindruck, daß demjenigen, was da als physischer und ätherischer Leib im Schlafe liegt, der Christus innewohnt, nur so wahrgenommen werden können, wie eben der Schlafzustand vom Erwachenden wahrgenommen wird, und es würde kein deutliches, klares Erlebnis des Christus dasein können.

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Cite: GA 346/1924-09-13/p007 · edition original