Dreizehnter Vortrag
Nun ist es mit den okkulten Offenbarungen, welche so gehalten sind wie die Apokalypse des Johannes, so, daß der Aufbau nach der Zahl eigentlich ganz selbstverständlich ist. Schen Sie, diese Schauung, von der der Apokalyptiker spricht, die ergibt sich nach dem modernen Initiationsprinzip dann, wenn in die Imaginationen, die man vor sich hat, hereinspricht die Inspiration. Man hat dann die Schauung so, daß sich ausbreitet die Bildhaftigkeit der Imagination, und daß durch die Imagination hindurch die Inspiration spricht. Dann aber, wenn das eintritt, geschieht es nach dem Prinzip der Zahl - wobei für alle Okkultisten immer die Sieben die vollkommenste Zahl ist; es ist geradezu ein Satz des Okkultismus; Sieben ist die vollkommenste Zahl -, und man hat die Möglichkeit, nach dem Prinzip der Zahl die Dinge zu verfolgen. Sie müssen sich dabei nicht vorstellen, daß diese Zahl Sieben von so großer Bedeutung ist für den Inhalt, den man empfängt. Sie ist aber von einer unermeßlich großen Bedeutung dafür, die Inspirationen zu hören. Wenn man selber in der Siebenzahl lebt, kann man in der verschiedensten Weise die Inspirationen verstehen. Ich will Ihnen ein Beispiel sagen. Nehmen wir an, jemand empfindet für seine eigene Zeit wichtige geistige Hintergründe. Das ist natürlich in bezug auf das ganze Weltbild mehr oder weniger willkürlich, wenn man gerade für seine eigene Zeit die geistigen Hintergründe empfindet; menschlich ist das ja natürlich, aber es ist doch mehr oder weniger willkürlich. Nehmen wir also an, ich bin der Beobachter im Jahre 1924, so ist das Beobachtungsjahr nur 1924; ein anderer ist der Beobachter im Jahre 1903, da ist das Beobachtungsjahr nur 1903.* Wenn ich aber als Beobachtender unabhängig davon bin, wann meine Beobachtung stattfindet und ich sehe richtig ein, was ich da in die Beobachtung nehme, und ich habe die Fähigkeit, um sieben Eindrücke zurückzugehen, ganz gleichgültig, von wo aus, so ist nach den Gesetzen der geistigen Welt immer das, was den siebten Eindruck macht, wieder aufklärend für den ersten, das vierzehnte wiederum aufklärend für die beiden. Es ist also mehr ein methodisches Prinzip, sich hineinzufinden in das, was einem etwas sagen kann. Nicht, wahr, so, wie man, wenn man eine Sprache versteht, den anderen Menschen verstehen kann, der in dieser Sprache redet, so ist es hier eigentlich die Hauptsache, daß man in der Siebenzahl leben kann. Und so muß man die Dinge auch auffassen. Denn dieses Offenbaren der Siebenzahl ist ja außerordentlich kompliziert. Es ist sozusagen alles mögliche im Weltenall nach der Siebenzahl geordnet, in geringerem Maße nach der Zwölfzahl und wiederum nach anderen Zahlen, und man kann von jedem Punkte aus im Vielfachen von Sieben die Ereignisse aufklärend verfolgen.
Cite:
GA 346/1924-09-17/p004 · edition original