Dreizehnter Vortrag

GA 346/1924-09-17/p019 ·1924-09-17 · original (original)
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Denn sehen Sie, vor den Kreuzzügen ist ja eigentlich alle Verbreitung des Christentums, ich möchte sagen, im Guten geschehen. Und das, was da durch zahllose Mitglieder des Mönchtums wieder und wieder geschehen ist, auch das im äußeren Sinne Schlimme, ist ja, als das Christentum sich verbreitet hat, bis zu den Kreuzzügen, in Europa im Grunde genommen mehr oder weniger in unmittelbarer Anlehnung an die palästinensischen Erzählungen geschehen. Die Evangelien waren allerdings nicht die Lektüre der Laien, sie waren Beschäftigung der Priester. Aber das, was dazumal geschah, stand durchaus unter dem Einfluß dessen, was die Priester ersehen konnten aus dem Evangelium. Die Priesterschaft hatte Evangelium und Kultus. Der Kultus war das, in dem sich die übersinnliche Welt auf sinnliche Weise spiegelte. Die Messe, das Meßopfer selber, war für die Priester dasjenige, in dem sie die unmittelbaren Tore zum Übersinnlichen sahen. Deshalb sahen sie allmählich immer mehr und mehr ab von einem Hinaufblicken zur Offenbarung des Göttlich-Geistigen durch den Sternenhimmel und alle die alten wunderbaren Weissagungen, die noch im Zusammenhang mit dem geblieben waren, was ich heute morgen — gegenüber der heutigen Astronomie und Astrologie — Astrosophie genannt habe, alle diese alten Weistümer wurden allmählich fast ganz verhüllt, bis zu dem Zeitalter der Kreuzzüge.

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Cite: GA 346/1924-09-17/p019 · edition original