Dreizehnter Vortrag

GA 346/1924-09-17/p022 ·1924-09-17 · original (original)
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Ich selbst habe ein gelungenes Stückchen gesehen in dieser Beziehung, als ich im Goethe-Schiller-Archiv war. Da bekamen wir einen Brief Goethes, der sonderbar aussah: dreckig, furchtbar zerrissen. Zu der Zeit, als ich im Goethe-Schiller-Archiv war, war das schon eine Sünde. So behandelt man Goethes Briefe nicht. Wir forschten nach, was dahinter war. Siehe da, der Brief war einmal im Besitz von Kuno Fischer gewesen, und der hatte einfach Goethes Brief in die Druckerei gegeben, hat ihn aber nicht abgeschrieben, sondern den Originalbrief mit seinen Notizen und Randbemerkungen an den Drucker geschickt. Es ist nur ein Wunder gewesen, daß der Brief sich trotzdem erhalten hat, da man damals im allgemeinen Manuskripte nicht behielt.

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Cite: GA 346/1924-09-17/p022 · edition original