Dreizehnter Vortrag
Sehen Sie, die Apokalypse in diesem Ernst zu verstehen, das wird ja eine Notwendigkeit sein in dem Maße, wie das, was ich den ätherischen Christus genannt habe, innerhalb der Menschheit sichtbar werden wird. Daher entspricht es schon einer ganz gesunden Empfindung, die aus dem tiefsten Unterbewußtsein heraufkam, daß Sie, meine lieben Freunde, gerade die Apokalypse zum Gegenstand dieser Betrachtungen machen wollten. Vielleicht hatten Sie sich das etwas anders vorgestellt, was ich gerade in der jetzigen Zeit über die Apokalypse geben kann, aber daß Sie von mir Betrachtungen über die Apokalypse hören wollten, das war durchaus die Stimmung der Zeit in Ihren Herzen. Und man könnte schon sagen: Daß in Ihnen das Bedürfnis entstand, die Apokalypse zu verstehen, daß Ihr auch als Priesterschaft, die zusammengehört, Euch vereinigt in solchen Tendenzen, das zeigt, daß Ihr schon in gewissem Sinn Verwandtschaft habt mit dem Apokalyptiker, mit Johannes. Und so wird das, was vor allen Dingen für Euch notwendig ist, dieses Sichdurchdringen mit dem Geiste der Apokalypse, keinen Widerspruch darin finden, daß man bestimmte Epochen nach dem Prinzip der Siebenzahl unterscheiden kann, daß man damit im Grunde genommen überall anfangen kann und daß sich dann findet, wie die Dinge gehen. Man wird überhaupt nicht die Zusammenhänge in der Weltenevolution finden, wenn man nicht das Prinzip der Zahl als Methode der Betrachtung anwendet. Sehen Sie, damit haben wir die Seite der Apokalypse berührt, die gerade für unsere Zeit wesentlich und fruchtbar ist.
Cite:
GA 346/1924-09-17/p027 · edition original