Siebzehnter Vortrag
So kommen wir hinaus in die geistige Welt. Die ersten Wesenheiten, die uns im wirklich Geistigen entgegentreten, sind eigentlich die der dritten Hierarchie. Der Apokalyptiker zeigt, wie er intim vertraut ist mit alledem, denn immer mehr ist sein Bestreben ein solches, daß er für alles, was er nun schildert, Engel erscheinen läßt, die die Erscheinungen tragen. Das ganz Phänomenale ist, daß Erdgebiete etwas widerspiegeln können, was die Engel als Boten der höheren Hierarchien hereintragen, und namentlich kommen wir mit diesem Engelerscheinen hinein in das Gebiet, wo wir wirklich erblicken, wie da durchaus die göttliche Liebe waltet als die eigentliche Ingredienz der Welt, zu der wir Menschen gehören. Denn zunächst gewahren wir, wie die gewissermaßen normalen Angeloi, Archangeloi, Archai etwas sind wie die Verleiblichung der höheren Hierarchien. So wie wir, wenn wir Hände, Arme, Füße, Beine und den übrigen Leib des Menschen anschauen, die Empfindung haben: Das ist der Leib des Seelisch-Geistigen —, so bekommt man, indem man aufsteigt in die Welt der dritten Hierarchie, den Eindruck: Das sind Engel, aber sie sind wie Glieder, eigentlich wie die Leiblichkeit der höheren göttlichen Geister; sie sind geistig-seelische Leiblichkeit. So daß man empfindet, meine lieben Freunde, man ist in reiner Geistigkeit, aber mit dieser Geistigkeit in der Leiblichkeit Gottes. Das ist das, zu dem man aufsteigt.
Cite:
GA 346/1924-09-21/p012 · edition original