Siebenter Vortrag

GA 348/1922-12-20/p022 ·1922-12-20 · original (original)
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Wir Menschen können das nicht, was die Fische können. Wir haben keine Flossen. Die sind ganz verkümmert bei uns. Jetzt können wir den Geschmack nicht dazu verwenden, um uns zu bewegen; und deshalb verinnerlichen wir ihn. Die Fische haben einen feinen Geschmackssinn, aber keinen innerlichen Geschmack. Wir Menschen verinnerlichen den Geschmack; den erleben wir, währenddem die Fische eigentlich in dem ganzen Wasser drinnen leben, mit dem Wasser zusammen den Geschmack erleben. Daher ist es bei den Fischen auch so — die Leute haben sich darüber gewundert —, daß sie weit ins Meer hinausschwimmen, wenn sie ihre Eier absetzen wollen. Sie schwimmen sogar in den Atlantischen Ozean, an ganz andere Erdflächen. Und die Jungen kommen dann langsam wieder zurück in die europäischen Flüsse. Warum ist das so? Nun, die europäischen Flüsse, in denen die alle herumschwimmen, die sind Süßwasser. In dem süßen Wasser können die Eier nicht ausreifen. Die Fische schmecken, wie ein bißchen Salz herankommt gegen die Mündung zu; das schmecken diese Fische und schwimmen ins Meer hinaus. Und wenn auf der anderen Seite die Sonne anders auf die Erde scheint, schmecken sie das, und nach dem Geschmack schwimmen sie über die halbe Erde hinüber. Und die Jungen erst wiederum schmecken sich zurück, dahin, wo die Alten gelebt haben. Die richten sich also überhaupt nach dem Geschmack.

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Cite: GA 348/1922-12-20/p022 · edition original