Siebenter Vortrag
Sehen Sie, solche Sachen, die führen einen erst dahin, den Menschen zu begreifen. Das können Sie in keinem heutigen wissenschaftlichen Buch finden, weil die Menschen eigentlich nur den Leichnam des Menschen beobachten, nicht den lebenden Menschen. Wenn wir natürlich den Leichnam vor uns haben, so will der nicht mehr schwimmen. Aber der beteiligt sich auch nicht am Leben. Wir beteiligen uns deshalb am Leben, weil wir eigentlich alles zusammen, was in der Welt ist, sind. Wir sind Fische, und der Dunst, der Wasserdunst, der da eigentlich ist, der ist uns ja ähnlich. Aber in dem wollen wir fortwährend schwimmen, und daß wir es nicht können, das bewirkt, daß wir das alles nach innen gießen und schmecken. Die Fische sind ja eigentlich sehr kalte Wesen. Sie könnten wunderbar schmecken, was alles im Wasser aufgelöst ist. Sie tun es nicht, weil sie gleich ihre Flossen bewegen. Würden die Flossen der Fische weggenommen, dann würden die Fische höhere Tiere werden; sie würden anfangen zu schmecken.
Cite:
GA 348/1922-12-20/p025 · edition original