Siebenter Vortrag

GA 348/1922-12-20/p038 ·1922-12-20 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

So sehen wir schon, wie falsch die Wissenschaft eigentlich auf diesem Gebiete ist. Wenn Sie irgendwo ein wissenschaftliches Buch aufschlagen, so ist es so, als wenn der ganze Mensch so irgendein festgestaltetes Gebilde wäre. Es werden eben hineingezeichnet die Knochen, die Muskeln, die Nerven. Aber das ist ja alles Unsinn. Das ist ja nur ein Zehntel von dem Menschen überhaupt. Das andere ist ja zu neunzig Prozent Wasser, und auch Luft ist da drinnen, und sogar ein Stückchen Wärme. Also eigentlich müßte in die Figuren, die da gezeichnet werden durch die materialistische Wissenschaft ein zweiter Mensch hineingezeichnet werden, der Wassermensch, und ein dritter Mensch, der Luftmensch, und ein vierter Mensch, der Wärmemensch. Anders ist der Mensch gar nicht zu begreifen. Und nur dadurch, daß wir auch ein Stückchen Weltenwärme sind, wärmer als unsere Umgebung, fühlen wir uns selbständig in der Welt. Wären wir so kalt wie ein Fisch oder eine Schildkröte, so hätten wir kein Ich, würden wir gar nicht zu uns «Ich» sagen. Geradeso wie wir niemals denken könnten, wenn wir nicht den Geruch in uns umgewandelt hätten, also keinen Astralleib hätten, so hätten wir kein Ich, wenn wir nicht ein Stückchen Wärme in uns hätten.

Read this passage in another edition
DEoriginal
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/348/1922-12-20/p038.json
Cite: GA 348/1922-12-20/p038 · edition original