Zehnter Vortrag
Und so kann man sagen: Es ist zwar etwas komisch, daß gerade die Geisteswissenschaft, die Anthroposophie, aufmerksam darauf machen muß, wie das Gehirn des Menschen, und zwar der sogenannte edelste Teil, zusammenhängt mit dem Unterleib; aber das ist eben so. Und man kommt erst durch eine wirkliche Wissenschaft auf die Dinge drauf. Wenn einer zum Beispiel im Herzen etwas nicht in Ordnung hat, so kann das von allem möglichen kommen; es kann natürlich schon dadurch kommen, daß er, sagen wir, irgend etwas von innerer Unregelmäßigkeit hat, aber meistens wird eine unregelmäßige Herztätigkeit gerade darauf zurückzuführen sein, daß der Mensch - ich habe das hier (siehe Zeichnung S. 177) gelb gemacht, da ist wieder gelb —, daß der Mensch etwas nicht in Ordnung hat im Mittelgehirn. Auf dem Mittelgehirn beruhen nämlich auch die Gefühle. Nun ist es interessant: Sehen Sie, geradeso wie der Unterleib zusammenhängt mit dem vorderen Gehirn, so hängt wiederum seelisch zusammen dieses vordere Gehirn mit dem Wollen, und das mittlere Gehirn hängt mit dem Fühlen zusammen. Und eigentlich erst der hinterste Teil des Gehirnes hängt mit dem Denken zusammen. Wenn wir auf das Gehirn hinschauen, (so sehen wir, daß der hinterste Teil des Gehirns zusammenhängt) mit dem Atmen und mit dem Denken — das Atmen hat sogar einen sehr starken Bezug zum Denken.
Cite:
GA 348/1922-12-30/p036 · edition original