{"corpus":"steiner","locus":"GA 348/1922-12-30/p040","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie können jetzt sagen: Was erzählt uns der? Der erzählt uns eigentlich Dinge, die uns sagen, da müßte man ja eigentlich im Leben auf alles einzelne achtgeben! Ja, aber meine Herren, wenn eine gesunde Erziehung schon da ist, und überhaupt gesunde Lebensverhältnisse da sind, dann braucht man über viele Dinge nicht erst nachzudenken, sondern das entwickelt sich gewohnheitsmäßig, so wie sich andere Dinge auch gewohnheitsmäßig entwickeln. Ich glaube nicht, daß viele Männer furchtbar stark nachdenken, wenn sie in der zweiten Woche [des Monats] ihre Frau prügeln; sie tun es gewohnheitsmäßig. Es gibt ja solche. Warum prügeln sie sie? Weil ihnen da das Geld ausgegangen ist; sie können sich nicht mehr im Wirtshaus unterhalten; da unterhalten sie sich zu Hause und prügeln ihre Frau! Das sind solche Gewohnheiten, die sich herausbilden. Ja, meine Herren, hätten wir einmal eine ganz gesunde Volkserziehung, so gäbe es auch andere Gewohnheiten. Es könnte zum Beispiel die Gewohnheit geben, daß derjenige, der weiß, morgen ist ein Manöver, da wird es in der Gegend furchtbar böllern, daß er da eine schwangere Frau darauf aufmerksam macht, ganz gewohnheitsmäßig. So etwas kann Gewohnheit sein. Durch gesunde Erziehung und gesunde volksmäßige Verhältnisse könnten sich eben allerlei Gewohnheiten herausbilden, über die man dann gar nicht mehr nachzudenken braucht, sondern die man eben gewohnheitsmäßig befolgt. Das ist es ja, worauf hingearbeitet werden muß: den Menschen andere Gewohnheiten zu geben. Das kann eben eigentlich in der Grundlage nur durch eine ordentliche Erziehung gemacht werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1922-12-30","location":null,"word_count":241,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/348/1922-12-30/p040","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/348/1922-12-30/p040"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/348/1922-12-30/p040","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}