Fünfzehnter Vortrag
Denken Sie sich jetzt, das Wesen lebe nicht im Wasser, sondern in der Luft. Wenn das Wesen in der Luft lebt, wenn das da hier die Luft wäre (Zeichnung rechts), so kann das Wesen, das in der Luft lebt, die weiche Haut nicht so ausbilden. Nun denken Sie sich, wenn bei dem Wesen, das im Wasser lebt, die weiche Haut sich nicht ausbilden könnte, so würde innen kein Kiefer da sein; der ganze innere Kiefer würde nach außen liegen, und es wäre ein Vogel. Der Fisch ist einfach im Wasser so, daß er mit der weichen Haut seinen Kiefer bedeckt. Der Vogel ist dadurch, daß er in der Luft lebt, mit verhorntem Kiefer, mit ganz nach außen gelegenem Kiefer gebildet. Daran sehen Sie, was für ein Einfluß von außen auf das Lebewesen ausgeübt wird. Und beim Menschen ist es ja so, daß er durch wiederum andere Organe weiche Haut ausbilden kann, daß aber diese weiche Haut immer abgeschuppt wird, abgearbeitet wird.
Cite:
GA 348/1923-01-20/p020 · edition original