Fünfzehnter Vortrag

GA 348/1923-01-20/p045 ·1923-01-20 · original (original)
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Es ist zuweilen wirklich so, daß man sich schon aufregen kann über die Art und Weise, wie einseitig der menschliche Organismus behandelt wird. Denn das, was ich Ihnen jetzt erzähle, daß bei dem Betreffenden eine typhusähnliche Krankheit auftrat als maskierte Gehirnkrankheit infolge der Operation mit dem Schielen, das betrachtet jeder heutige Arzt, wenn ich es ihm erzähle, als eine idiotenhafte Sache. Er glaubt es nicht, weil er nicht den Zusammenhang im Körper wirklich kennt. Er kennt nur einen theoretischen Zusammenhang. Und dann entstehen ja solche Sachen wie die, die in der Anekdote ausgeführt sind - es ist eine Anekdote, aber es ist etwas Wahres daran —, daß also einer ins Spital gebracht wird, der Professor schaut ihn an, legt ihn in eine gewisse Abteilung und gibt dem Assistenten Aufträge, wie er ihn zu behandeln hat, und sagt: Morgen, wenn ich wieder komme, ist ja der Mensch tot. - Um den fragte er gar nicht mehr. Nach einigen Tagen sagte der Professor: Da ist ja noch einer in Nummer 15, der ist ja tot. — Nein, hieß es, dem geht es besser, der ist ja ganz gesund! - Dann haben Sie ihn falsch behandelt! - antwortete der Professor.

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