Das menschliche Leben in Schlaf und Tod

GA 349/1923-03-21/p011 ·1923-03-21 · original (original)
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Das ist das, was man wissen muß: daß der Mensch eigentlich seinen Körper genießen will. Aber beim Menschen ist es noch etwas anders als bei den Kühen, und beim erwachsenen Menschen ist es noch etwas anders als beim Kind. Das kleine Kind arbeitet noch nicht, daher genießt es im Schlaf seinen Körper. Die Kühe machen alles aus Instinkt, genießen daher auch im Schlaf ihre Verdauung. Der Mensch kommt gar nicht dazu, seine Verdauung zu genießen. Der Mensch wird eigentlich so, daß er, wenn er den ganzen Tag seinen Körper benützt, am Abend so weit ist, daß ihm sein Körper nicht mehr sympathisch ist. Er hat ihn nicht mehr lieb. Und sehen Sie, deshalb schläft er. Er schläft, weil ihm sein Körper nicht mehr sympathisch ist. Die Antipathie, die der Mensch den ganzen Tag hindurch zu seinem Körper entwickelt, die läßt ihn in der Nacht einschlafen, und er schläft so lange, bis er diese Antipathie in der Seele überwunden hat, und er wacht wiederum auf, wenn die Sympathie zu seinem Körper wieder vorhanden ist. Das muß man zuallererst verstehen, daß Aufwachen darauf beruht, daß der Mensch wiederum Sympathie zu seinem Körper entwickelt. Und diese Sympathie besteht zu allen einzelnen Organen des Körpers. Wenn der Mensch daher aufwacht, da rutscht er gewissermaßen in seine Organe hinein,

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