Das menschliche Leben in Schlaf und Tod

GA 349/1923-03-21/p025 ·1923-03-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aber dieses Ich, dieses eigentliche Geistige im Menschen, das braucht jetzt, wenn es weiterleben soll, ungeheuer viel. Sehen Sie, ich habe Ihnen nicht ohne Grund immerfort erzählt, daß eigentlich die Vernunft, der Verstand, die Gedanken über die Welt ausgebreitet sind. Ich habe Ihnen gesagt, wie alles in der Welt, wenn man es richtig studiert, eigentlich verständig eingerichtet ist. Ich habe es Ihnen an der Tierwelt klargemacht. Diese ganze Welt ist ja so, daß wir nicht glauben sollen, unser Verstand ist das einzige, sondern der Verstand, den wir haben, der ist ja nur wie herausgeschöpft aus dem in der Welt ausgebreiteten Verstand. Verstand ist überall. Und derjenige, der glaubt, sein Verstand sei nur das einzige, der ist so töricht wie derjenige, der da glaubt: Ich habe hier ein Glas Wasser, dieses Glas Wasser war zuerst leer, dann ist es voll geworden, das heißt, es ist aus dem Glas das Wasser herausgewachsen. - Man muß das Wasser erst schöpfen aus dem Brunnen, aus dem ganzen Gewässer. Und so muß man auch den Verstand, den man hat, erst aus dem ganzen Weltverstand herausbringen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/349/1923-03-21/p025.json
Cite: GA 349/1923-03-21/p025 · edition original