Das menschliche Leben in Schlaf und Tod

GA 349/1923-03-21/p043 ·1923-03-21 · original (original)
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Ja, meine Herren, dazu gibt heute die gewöhnliche Wissenschaft keine Anleitung. Die gibt gar keine Anleitung, wie man aus dem Leib wiederum das Wissen finden kann, das man erst selbst hineingetan hat. Die führt den Menschen ans Experiment, und er soll nur dasjenige lernen, was er da äußerlich erfährt; währenddem das Richtige wäre, daß man den Menschen in den lebendigen Leib hineinführte. Unsere Studenten, die werden an den toten Leib geführt, der schon ein Leichnam ist, lernen nichts kennen von dem lebendigen Menschen. Das wäre allerdings ein schwierigeres Studium, weil da der Mensch eben Selbsterkenntnis üben muß, in sich hineinschauen muß, weil da der Mensch vollkommener werden soll. Aber das ist ja gerade das, was der neuere Mensch nicht will: er will ja nicht vollkommener werden, er will, daß ihn die Schule ein bißchen eindressiert, und dann will er dabei stehenbleiben, will nicht vollkommener werden. Das will der Mensch nicht, weil er in der Erziehung, die er heute einmal genießt, ich möchte sagen, schon viel zu hochmütig dazu ist, um irgendwie zuzugeben, daß er sich vervollkommnen soll.

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