Warum erinnert man sich nicht an die vorigen Erdenleben?

GA 349/1923-04-18/p011 ·1923-04-18 · original (original)
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Sehen Sie, da gibt es Leute in Europa, die haben das Bedürfnis, sich zu betäuben. Jetzt werden ja auch vielfach andere Mittel verwendet. Ich habe Ihnen gesagt, daß man jetzt zum Beispiel Kokain verwendet, um sich zu betäuben; aber zu allen Zeiten hat man in Europa das Opium verwendet, um sich zu betäuben. Es gab immer solche Leute, die, wenn sie mit dem Leben nicht zufrieden waren, oder wenn sie zu viel Sorgen gehabt haben, nicht wußten, was sie da machen sollten, die sich dann eben mit Opium berauschten. Sie haben ein wenig Opium, immer nur eine geringe Menge von Opium genommen. Was ist da eingetreten? Zunächst, wenn einer eine geringe Menge Opium nimmt, dann kommt er in einen Zustand des innerlichen Erlebens; er denkt nicht mehr, er fängt an, in wüsten Bildern zu träumen. Das gefällt ihm sehr, das tut ihm sehr wohl. Diese Träume werden immer berauschender. Bei dem einen ist es dann so, daß er das graue Elend kriegt, daß er anfängt, in sich zu gehen, wie ein Sünder sich zu benehmen; ein anderer fängt an zu toben, zu rasen, daß er sogar Mordlust kriegt. Und dann schlafen die Leute ein. Also dieser Opiumgenuß besteht eigentlich darin, daß die Leute sich stürmisch durch ein äußeres Gift in den Zustand bringen, der darin besteht, langsam ins Schlafen hinüberzugehen.

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