Lungen-Wissen und Nieren-Wissen
Wir wollen uns einmal daran halten, daß das Blut den Körper durchkreist, durchfließt. Machen wir uns jetzt einen sehr einfachen Kreislauf einer Flüssigkeit anschaulich. Denken Sie sich einmal, wir hätten eine runde Röhre (Zeichnung S. 252). In diese runde Röhre geben wir, damit das möglichst deutlich ist, eine rote Flüssigkeit. Natürlich, wenn wir eine solche äußerliche Röhre haben, dann müssen Sie ja irgendwo, wenn wir diese Flüssigkeit in Bewegung bringen wollen, eine Art Pumpe haben. Denken wir uns also, wir hätten hier (Pfeil) irgendeine Pumpe, wodurch wir diese rote Flüssigkeit in Bewegung bringen. Wenn ich da oben offen lasse, so wird natürlich die Flüssigkeit herausspritzen. Ich will das aber nicht, sondern ich werde da oben eine Röhre ansetzen. Und jetzt werde ich diese Flüssigkeit in Bewegung setzen, so daß sie so herumstrudelt, daß sie fortwährend herumgeht. Das kann man sich doch vorstellen? — Die Flüssigkeit wird herumgetrieben. Nun denken Sie sich: Wenn die Flüssigkeit hier durch eine Pumpe herumgetrieben wird, dann wird an der Stelle hier (oben) etwas Flüssigkeit in die Höhe gehen. Aber wenn wir es herumtreiben, ist es nur eben ein bißchen. Wenn ich eine starke Kraft in die Pumpe gebe, so wird die Flüssigkeit hier etwas weiter in die Höhe gehen, wenn ich nur schwach drücke, wird sie weniger stark in die Höhe gehen. Ich kann also an dieser Höhe der Flüssigkeit den Druck messen, der in dieser strudelnden Flüssigkeit ist.
Cite:
GA 350/1923-07-28/p004 · edition original