Von der Ernährung
Die Aufgabe des Kopfes ist nämlich, vorzugsweise das zu bekämpfen, was Stärke und Zucker wollen. Was wollen denn Stärke und Zucker? Da brauchen Sie ja nur auf den Wein hinzuschauen. Nicht wahr, wenn der Herbst kommt, erntet man den Wein, die Weintrauben ein. Sie werden ausgepreßt und nachher gärt die Sache. Das, was dann ausgegoren ist, das wird als Wein genossen. Dadurch nun, daß der Wein eben durch die Gärung Wein geworden ist, hat er die Gärung überwunden. Wenn Sie aber den Wein in den Magen hineinbringen, dann entsteht aus ihm etwas, was wiederum in die Nahrung hineingeht. Der Alkohol wird geradezu zurückverwandelt. Und nun sind die Stoffe, die direkt gären wollen, eben Stärke und Zucker. Stärke und Zucker im menschlichen Organismus wollen vorzugsweise gären. Wenn Sie Alkohol trinken, dann vertreibt der Alkohol im Kopf die Kräfte, welche die Gärung von Zucker und Stärke im Menschen verhindern. Nehmen wir einmal die Geschichte ganz deutlich. Sagen wir, Sie haben am 22. Januar Kartoffeln gegessen, Bohnen gegessen und Alkohol dazu getrunken. Nun schön. Hätten Sie keinen Alkohol getrunken, so wäre der Kopf nüchtern geblieben. Kartoffeln und Bohnen enthalten Stärke und Zucker, der aus der Stärke entsteht; der Kopf hätte die Kraft, die Gärung von Stärke und Zucker richtig zu verhindern. Bringen Sie Alkohol hinein, so verliert der Kopf die Fähigkeit, die Gärung von Stärke und Zucker, die Sie mit den Kartoffeln hineingekriegt haben, zu verhindern, und die Kartoffeln und Bohnen, und auch die anderen Dinge, Getreidearten zum Beispiel, fangen an in Ihnen zu gären.
Cite:
GA 352/1924-01-23/p022 · edition original