Über die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib — Über die Wirkung von Opium und Alkohol
Was Ihre andere Frage betrifft über den Mann, der das ganze Leben Alkohol getrunken hat und nun anfing, vor seinem Ende ganz fromm zu werden und die fromme Schokolade und Zucker aß - Sie sagen: die letzten Tage vor seinem Tode -, nun, diese Erscheinung kann man leicht verstehen, wenn man sie mit zahlreichen anderen vergleicht, die durchaus im Leben vorkommen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die alt geworden sind. Indem sie alt geworden sind, haben sie zum Beispiel ihre Schrift immer mehr und mehr zitterig werden sehen. Die Schrift wurde zitterig; sie konnten nicht mehr recht schreiben, und man merkte gerade an der Schrift, daß sie alt geworden sind. Sie hatten früher vielleicht eine Schrift, wobei sie schrieben, sagen wir: Lehfeld (scharf, deutlich), und dann schrieben sie: Lehfeld (zitterig). Dann aber, die letzten Tage vor ihrem Tode, stellte sich heraus, daß sie wieder in eine gewisse scharfe Schrift hineinkamen; sie konnten plötzlich wiederum gut schreiben. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die ihre früheren scharfen Schriftzüge vor dem Tode wiederum bekommen hatten. Ebenso ist in zahlreichen Fällen beobachtet worden - ich teile Ihnen da nicht gerade eine eigene Beobachtung auf diesem Gebiete mit, aber gut beglaubigte Beobachtungen, die gemacht worden sind -, daß Menschen, die als Kind irgendeine Sprache gelernt haben - als Kind sind sie vielleicht in irgendeinem fremden Land gewesen, haben eine Sprache gelernt und haben sie wieder vergessen; das kommt ja vor; nehmen wir an, sie hätten so als vierzig-, fünfzigjähriger Mann durchaus keine Möglichkeit gehabt, in dieser Sprache sich mit irgend jemand anderem zu verständigen -, plötzlich ein paar Tage vor ihrem Tode anfangen, in dieser Sprache wiederum ganz verständlich zu reden. Es kam wiederum heraus! Ja, sehen Sie, das sind doch sehr bedeutsame Erscheinungen. Was geht denn da eigentlich vor? Dieses geht vor, daß der Mensch, wenn er stirbt, seinen physischen Leib, also das eine Glied seines Wesens, für die Erde zurückläßt; das löst sich in der Erde auf, das wird in der Erde zerstört. Vom nächsten Glied seines Wesens, dem Ätherleib, habe ich Ihnen gesagt, daß er ein paar Tage nach dem Tode sich allmählich im allgemeinen Weltenäther auflöst. Und dann bleiben vom Menschen noch zurück, um durch die geistige Welt zu gehen, der astralische Leib und das eigentliche Ich. Die gehen dann durch die geistige Welt.
Cite:
GA 352/1924-02-20/p012 · edition original