Über die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib — Über die Wirkung von Opium und Alkohol

GA 352/1924-02-20/p016 ·1924-02-20 · original (original)
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Nun kommt es aber doch vor, daß der astralische Leib die Sache hört, aber der physische Leib nicht mittut, weil der betreffende Mensch zu schwach ist. Nun denken Sie jetzt. der Mann hat meinetwillen von Herrn Erbsmehl selber gehört: Du bist ein ganz verrückter Kerl - ich sage es jetzt ganz radikal, nicht wahr —, weil du dich alle Augenblicke besäufst! Das geht nicht, das ist menschenunwürdig! - und so weiter, und der Mann hat das alles heruntergeschluckt. Das ist so geschehen, das geschieht ja schon einmal im Leben, daß die Leute die Sache herunterschlucken und dann wieder weitermachen. Aber sein astralischer Leib hat etwass davon behalten. Vielleicht haben Sie es so stark gesagt und so oft, daß der astralische Leib und der Ätherleib gar nicht wegkommen konnten, ohne das zu behalten. Solange die im physischen Leib drinnen ganz ohne Hindernis steckten, so lange haben sie nichts gehört. In dem Augenblick, wo der physische Leib so wurde, daß der Ätherleib und der astralische Leib gelockert wurden, ja, da plötzlich kam durch den Ätherleib und den Astralleib der Gedanke in den Menschen hinein: Der Herr Erbsmehl könnte doch recht gehabt haben! Vielleicht ist das ganz verrückt, daß ich das ganze Leben hindurch so viel getrunken habe. Jetzt will ich einmal — nun, das können Sie sich ja denken, wenn die Dinge gelockert sind - Buße tun! - Da sagen dann der astralische Leib und der Ätherleib: Aha, jetzt trinkt er keinen Alkohol, jetzt trinkt er Schokolade und Zuckerwasser! — Vielleicht hätte er auch Limonade getrunken, wenn welche dagewesen wäre. Dadurch, daß so etwas auftreten kann, wird gerade für den, der die Dinge verständig ansieht, der Beweis geliefert, daß da im Menschen allerlei sitzen kann, was nicht herauskommt. Den gegenteiligen Fall habe ich Ihnen auch einmal erzählt. Der gegenteilige Fall war, wo die Geschichte nicht im Astralleib und Ätherleib drinnenblieb, sondern zu stark in den physischen Leib hineinging, wo man gewissermaßen viel zu viel auf die Sache hinhörte. Der gegenteilige Fall ist der: Einem ehemaligen Bekannten von mir — er war ein sehr gelehrter Herr — passierte es eines Tages, daß ihn das Bewußtsein und das Gedächtnis verließen. Er wußte nicht mehr, wer er einmal war, was er getan hat; von seiner ganzen Gelehrsamkeit wußte er nichts mehr. Alles hatte er vergessen. Er wußte nicht einmal, daß er er selbst ist, daß er er ist. Aber trotzdem, sein Verstand war klar. Der Verstand wirkte ganz klar. Er ging zum Bahnhof, löste sich ein Eisenbahnbillett und fuhr weit. Geld hatte er sich auch mitgenommen, das, was er noch gehabt hat. Er konnte weit fahren. Als er angekommen war an der Station, wohin das Billett gelautet hatte, kaufte er sich ein neues. Und das tat er mehrmals, wußte gar nichts von dem, was er tat. Der Verstand ist aber so abgesondert vom eigentlichen Menschen, daß alles ganz verständig geschah, wie die Tiere verständig handeln - wie ich Ihnen oftmals an manchem guten Beispiel gezeigt habe -, ohne daß sie ein Ich haben. Nun, da fand er sich einmal wiederum, das Gedächtnis kam wiederum. Er wußte, wer er ist, Seine Gelehrsamkeit rückte auch wiederum im Kopfe herauf; aber er befand sich in Berlin in einem Obdachlosenasyl! Da ist er zuletzt gelandet. Abgereist ist er von Stuttgart. Man konnte nachher konstatieren, daß er dort abgereist ist. In bewußtlosem Zustande ist er in Budapest und so weiter gewesen. Den Weg von Berlin nach Stuttgart hat er wiederum machen können. Dann hat ihn jemand von seiner Familie abgeholt, die furchtbar in Ängsten war. Er hat das wieder machen können. Er hat dann allerdings durch Selbstmord geendet. Das eine Mal kam es durch Bewußtlosigkeit heraus, das andere Mal durch Selbstmord.

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