Über die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib — Über die Wirkung von Opium und Alkohol

GA 352/1924-02-20/p021 ·1924-02-20 · original (original)
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Sie können an dem Fall, wo der Betreffende plötzlich ganz andere Appetite bekommt unter dem moralischen Druck dessen, was er im Leben im astralischen Leib gelassen hat, auch sehen, wie noch andere Erscheinungen eintreten können. Da gibt es zum Beispiel folgendes. Ich will Ihnen jetzt eine interessante Geschichte erzählen. Da gab es einmal eine Frau, die handelte mit Gemüsen und ähnlichen Dingen. Es ist noch die Zeit, die schon weit hinter uns liegt. Die Frau ging mit ihrem Gemüsekorb von Haus zu Haus. Nun, sie war immer so, daß man sie eben nahm als eine Frau, die nun so ist, wie eine Gemüsehändlerin eben das Leben auffaßt. Sie lachte, wenn irgend jemand etwas Witziges sagte; sie war sonst gleichgültig im Leben. Sie trug ihr Gemüse in die Häuser, nahm ihr Geld entgegen und verbrachte so das Leben. Da kam sie einmal in eine Wohnung und wollte Gemüse verkaufen. Es war sonst niemand da als der Herr des Hauses, der ihr aufmachte. Und dieser Herr des Hauses, der hatte einen ganz besonderen Blick. Der schaute die Leute nämlich sehr streng an und hatte schon öfter bemerkt gehabt, wenn er die Leute mit seinem besonderen Blick anschaut, dann werden die Leute über etwas gesprächig, über das sie sonst schweigen. Nun stellte sich das Folgende heraus; das ist eine sehr gut beglaubigte Sache. Diese Gemüsefrau kam zu dem Mann; der schaute sie an. Sie erschrak. Er sagte gar nichts, schaute sie nur an. Er sah, daß sie erschrak, redete kein Wort, sondern schaute sie weiter an. Nun erschrak sie nicht nur, sondern sagte: «Schauen Sie mich nicht so an! Schauen Sie mich bitte nicht so an, ich will Ihnen alles sagen!» Er sagte nichts, schaute sie aber weiter an. Da sagte die Frau: «Ja, aber ich hab’s ja nur aus Angst getan.» Er sagte wieder nichts, er schaute sie nur weiter an. «Schauen Sie mich nicht so an, ich hätte es ja wirklich nicht getan, wenn ich’s nicht aus Angst getan hätte!» Er sagte wieder nichts, schaute sie nur weiter an. «Ja, ich will Ihnen auch alles sagen, aber schauen Sie mich nicht so an!» Er schaute sie an. «Ich will Ihnen alles sagen! Ja, sehen Sie, ich hätte es ja nimmermehr ermordet, wenn ich es nicht, wenn ich es nicht aus Angst getan hätte!» Weiteres Anschauen. «Ja, ich habe mich so vor den Leuten gefürchtet, das Kind hätte etwas ganz Schlimmes von mir gesagt, und da habe ich es aus Angst getan. Ich war ja gar nicht ordentlich bei Bewußtsein!» Und sehen Sie, diese Frau hat ihm einen Kindesmord, den sie begangen hat, von A bis Z erzählt! Was ist denn da vorgegangen?

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Cite: GA 352/1924-02-20/p021 · edition original