Über die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib — Über die Wirkung von Opium und Alkohol

GA 352/1924-02-20/p026 ·1924-02-20 · original (original)
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Es ist zum Beispiel jetzt dieses der Fall, daß ich Aufsätze über mein eigenes Leben schreibe im «Goetheanum». Diese Aufsätze, die vielleicht der eine oder andere von Ihnen gelesen hat, die streben mit einer gewissen Absicht an, möglichst einfach zu erzählen, ohne Schmuck, höchst einfach, nirgends besonders stark aufgetragen. Nun hat sich schon ein Kritiker gefunden, der das besonders tadelt, der da sagt, ich bringe nicht wie Goethe Dichtung und Wahrheit, sondern Wahrheit mit aller Nüchternheit. Ja, das strebe ich gerade an! Und ich strebe gar nicht an, dasjenige zu erreichen, was von einem solchen Kritiker verlangt wird. Bei einem solchen Kritiker heute ist gerade dasjenige vorhanden, was gegenüber einem nüchternen Stil ein «besoffener» Stil ist. Und, nicht wahr, dieser besoffene Stil, der ist nämlich heute überhaupt fast überall vorhanden. Es kommt den Leuten gar nicht mehr darauf an, irgendwie durch das, was sie sagen, zu wirken, sondern sie brauchen Worte, die den andern überwältigen. Da fängt schon der unrichtige Einfluß an. Wenn man nämlich so schreibt, wie ich mich bestrebe zu schreiben, dann wirkt man auf das Ich, das einen freien Willen hat. Wenn man aber einen besoffenen Stil schreibt, dann wirkt man auf den astralischen Leib, der nicht so frei ist, sondern der unfrei ist. Man kann auf den astralischen Leib namentlich dann wirken, wenn man den Leuten gegenüber so redet, daß man weiß, das hören sie gern.

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