Über das Osterfest

GA 353/1924-04-12/p015 ·1924-04-12 · original (original)
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Es ist dadurch gefeiert worden, daß man das Bild dieses ewigen, unsterblichen Teiles des Menschen, des geistig-seelischen Teiles, genommen hat, in einen Teich oder in Meereswasser, wenn es an der Küste war, getaucht hat, es drei Tage dadrinnen gelassen hat, und das Hinuntersenken des Bildes, das haben die Leute begleitet mit Trauergesängen, mit Klagegesängen. Es war dieses Hinuntersenken des Bildes verbunden mit einer solchen Feierlichkeit, wie sie sonst sein kann, wenn man aus einem regen Familien- oder Freundschaftskreis jemanden sterben sieht - ein richtiges Totenfest. Und das ist immer an einem solchen Tag gefeiert worden, den wir heute als einen Freitag bezeichnen. Der Name Karfreitag ist eigentlich erst aufgekommen, als die Sache auf Mitteleuropa, auf die germanischen Gegenden, auf die deutschen Gegenden überging. Und «kar» kommt von kara, und kara heißt eigentlich die Klage. Also ist es der Klagefreitag.

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Cite: GA 353/1924-04-12/p015 · edition original