Dreizehnter Vortrag

GA 354/1924-09-20/p031 ·1924-09-20 · original (original)
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Aber wenn wir uns so weiterentwickeln würden, wie wir uns heute entwickelt haben, das wäre ja nicht auszudenken. Ach, die Menschheit ist Ja so furchtbar gescheit! Vergleichen Sie nur einmal einen Menschen mit seiner Gescheitheit, mit dem, was er in der Schule gelernt hat, mit einem Menschen im 12., 13. Jahrhundert, der nicht schreiben konnte! Sie müssen nur bedenken: Wir haben ein sehr schönes Gedicht von Wolfram von Eschenbach, der war ein Adliger des 13. Jahrhunderts; er hat das Gedicht verfaßt — aber er hat nicht schreiben können; er hat sich müssen einen Pater kommen lassen, dem er es diktiert hat: das ist der «Parzival», nach dem Wagner seinen «Parsifal» umgedichtet und komponiert hat! Also Sie sehen, die Leute haben dazumal andere Fähigkeiten gehabt. Wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen als bis ins 12. bis 13. Jahrhundert: Dazumal konnte ein Adliger nicht schreiben; lesen konnte der Wolfram von Eschenbach, aber schreiben konnte er nicht.

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