{"corpus":"steiner","locus":"GA 4/l03/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wer so schließt, der begreift nicht, daß es ihm auf diese Art gar nicht möglich ist, dem Denken zu entschlüpfen. Ich kann aus dem Denken gar nicht herauskommen, wenn ich das Denken betrachten will. Wenn man das vorbewußte Denken von dem nachher bewußten Denken unterscheidet, so sollte man doch nicht vergessen, daß diese Unterscheidung eine ganz äußerliche ist, die mit der Sache selbst gar nichts zu tun hat. Ich mache eine Sache dadurch überhaupt nicht zu einer andern, daß ich sie denkend betrachte. Ich kann mir denken, daß ein Wesen mit ganz anders gearteten Sinnesorganen und mit einer anders funktionierenden Intelligenz von einem Pferde eine ganz andere Vorstellung habe als ich, aber ich kann mir nicht denken, daß mein eigenes Denken dadurch ein anderes wird, daß ich es beobachte. Ich beobachte selbst, was ich selbst vollbringe. Wie mein Denken sich für eine andere Intelligenz ausnimmt als die meine, davon ist jetzt nicht die Rede; sondern davon, wie es sich für mich ausnimmt. Jedenfalls aber kann das Bild *meines* Denkens in einer andern Intelligenz nicht ein wahreres sein als mein eigenes. Nur wenn ich nicht selbst das denkende Wesen wäre, sondern das Denken mir als Tätigkeit eines mir fremdartigen Wesens gegenüberträte, könnte ich davon sprechen, daß mein Bild des Denkens zwar auf eine bestimmte Weise auftrete; wie das Denken des Wesens aber an sich selber sei, das könne ich nicht wissen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"III. Das Denken im Dienste der Weltanschauung","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":230,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/4/l03/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1986","GPP1916","RSP1964","RSPC1949","RSPI1963"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/4/l03/p027"},{"lang":"en","edition":"RSP1964","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l03/p027","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"AP1986","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l03/p027?edition=AP1986","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"RSPC1949","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l03/p027?edition=RSPC1949","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"RSPI1963","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l03/p027?edition=RSPI1963","paragraph_aligned":true}]}