{"corpus":"steiner","locus":"GA 4/l10/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Monismus ist sich klar darüber, daß ein Wesen, das unter einem physischen oder moralischen Zwange handelt, nicht wahrhaftig sittlich sein kann. Er betrachtet den Durchgang durch das automatische Handeln (nach natürlichen Trieben und Instinkten) und denjenigen durch das gehorsame Handeln (nach sittlichen Normen) als notwendige Vorstufen der Sittlichkeit, aber er sieht die Möglichkeit ein, beide Durchgangsstadien durch den freien Geist zu überwinden. Der Monismus befreit die wahrhaft sittliche Weltanschauung im allgemeinen von den innerweltlichen Fesseln der naiven Sittlichkeitsmaximen und von den außerweltlichen Sittlichkeitsmaximen der spekulierenden Metaphysiker. Jene kann er nicht aus der Welt schaffen, wie er die Wahrnehmung nicht aus der Welt schaffen kann, diese lehnt er ab, weil er alle Erklärungsprinzipien zur Aufhellung der Welterscheinungen innerhalb der Welt sucht und keine außerhalb derselben. Ebenso wie der Monismus es ablehnt, an andere Erkenntnisprinzipien als solche für Menschen auch nur zu denken (vergleiche S.124f.), so weist er auch den Gedanken an andere Sittlichkeitsmaximen als solche für Menschen entschieden zurück. Die menschliche Sittlichkeit ist wie die menschliche Erkenntnis bedingt durch die menschliche Natur. Und so wie andere Wesen unter Erkenntnis etwas ganz anderes verstehen werden als wir, so werden andere Wesen auch eine andere Sittlichkeit haben. Sittlichkeit ist dem Anhänger des Monismus eine spezifisch menschliche Eigenschaft, und Freiheit die menschliche Form, sittlich zu sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"X. Freiheitsphilosophie und Monismus","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":213,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/4/l10/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1986","GPP1916","RSP1964","RSPC1949","RSPI1963"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/4/l10/p011"},{"lang":"en","edition":"RSP1964","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l10/p011","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"AP1986","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l10/p011?edition=AP1986","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"GPP1916","edition_basis":"Steiner 1894 first edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l10/p011?edition=GPP1916"},{"lang":"en","edition":"RSPC1949","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l10/p011?edition=RSPC1949","paragraph_aligned":true},{"lang":"en","edition":"RSPI1963","edition_basis":"Steiner 1918 revised edition","is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/4/l10/p011?edition=RSPI1963"}]}