{"corpus":"steiner","locus":"GA 44/01_02","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02","ga":"44","lecture":"01_02","lecture_number":null,"title":"Vorentwürfe: Nicht in das Drama aufgenommenes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":30,"word_count":1940,"translation_credit":null,"unit_kind":{"kind":"second_piece_same_name","base_unit":"GA 44/01","note":"Another piece with the same name as 01 in this volume; the suffix only separates the two."},"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":30,"passage_count":30,"word_count":1940},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":30,"passage_count":30,"word_count":2175,"completeness":{"ratio":1.12,"band":"comparable","note":null}}],"passages":[{"locus":"GA 44/01_02/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p001","passage_number":1,"word_count":80,"text":"> Die folgenden, mit I bezeichneten, nicht in das Drama aufgenommenen Szenenbilder, die beiden Szenarien und die Prosaskizzen zu einzelnen Vorgängen bilden den Inhalt eines Notizbuches, auf welches Marie Steiner, wie bereits in den Vorbemerkungen erwähnt, in einer kurzen Orientierung hinwies. Sie hebt darin hervor, daß es sich dabei um «meditative Inhalte» handelt, «die wie VorentWürfe wirken für das, was im Drama später um-gegossen wurde zu Dialogen oder bewegten Szenen».\n> Die eigentlichen Entwürfe sind unter II und III zusammengefaßt.<"},{"locus":"GA 44/01_02/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p002","passage_number":2,"word_count":2,"text":"#### I"},{"locus":"GA 44/01_02/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p003","passage_number":3,"word_count":130,"text":"BENEDICTUS: Wie oft noch werde ich diesen Ort wohl noch betreten müssen; in sorgenvoller Seele die Ungewißheit bergend, ob Sieg ob Untergang meinem Wollen auferlegt. Für Euch, Ihr Geister des Weltenlaufs, zu kämpfen, ist mein Los. Ihr, die Ihr der Erde wahre Sendung Eurem Wege einverleibt. So oft ich diese Schwelle überschritt', hofft ich, daß Euer Sieg entschieden sei über die Wesen, denen Erdendasein wertlos ist und die sich in der Erdenmenschen Schicksal nur mischen, weil sie sie gewinnen wollen für Ziele, die in andern Welten liegen. O wie lange werd ich diesen Mächten selbst noch dienen müssen? Nur wenn meine Seele sich standhaft hält, kann es gelingen, daß meine Götter über diese Feinde siegen. Schon nahet der Vater; an seinen Kräftestrahlen erkenne ich, daß er sich unbesiegt noch fühlt."},{"locus":"GA 44/01_02/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p004","passage_number":4,"word_count":9,"text":"AHRIMAN: Du hast ein kühnes Werk im Menschenschicksalslauf getan."},{"locus":"GA 44/01_02/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p005","passage_number":5,"word_count":14,"text":"BENEDICTUS: Doch leider muß ich mir gestehn, daß deine Kräfte in meinem Werke wirkten."},{"locus":"GA 44/01_02/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p006","passage_number":6,"word_count":11,"text":"AHRIMAN: Wird Gutes denn zum Schlechten, weil es meiner Kraft entstammt?"},{"locus":"GA 44/01_02/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p007","passage_number":7,"word_count":15,"text":"BENEDICTUS: Ob gut, ob schlecht, was ich durch dich vollbringe, gilt mir gleich dem Nichts."},{"locus":"GA 44/01_02/p008","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p008","passage_number":8,"word_count":117,"text":"AHRIMAN: Bedenke diese Rede und merke, wie du dir den Schleier noch nicht vom Auge weggebannt, den du drüben tragen magst, der hier doch nicht zum Orte paßt. Drüben im Erdenreich scheinen Gründe zu entscheiden, welche Erkenntnis braut. Hier jedoch entscheidet Kraft und Wille. Hier stehst du, Geist gegen Geist. Die Reden, die du drüben führst, sie müssen hier verstummen. Du zeigst es selbst, so oft du hier erscheinst. Denn lachen müßtest du über dich selbst, wolltest du zu uns mit Erdengründen sprechen. Hier widerlegt man nicht. Hier tauscht man Wirklichkeiten. Und Wirklichkeiten willst du stets erringen, wenn du uns nahst. Drum nenne dein Begehren; du sollst es haben und weiter siegen im Erdgebiet mit unsren Kräften."},{"locus":"GA 44/01_02/p009","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p009","passage_number":9,"word_count":13,"text":"BENEDICTUS: An deinem Worte erkenne ich, daß du mir auch diesmal geben mußt."},{"locus":"GA 44/01_02/p010","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p010","passage_number":10,"word_count":16,"text":"AHRIMAN: Du scheinst dir dieses Mal besonders stark; doch lassen wir den Schein; was heischest du?"},{"locus":"GA 44/01_02/p011","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p011","passage_number":11,"word_count":1,"text":"*Prosaentwurf*"},{"locus":"GA 44/01_02/p012","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p012","passage_number":12,"word_count":64,"text":"Aus den Reden, die im Volke gehalten werden, ergibt sich, daß Thomasius in weitem Umfange durch seine Darlegung der geistigen Wahrheiten gewirkt hat. Ungezählte Anhänger sind ihm geworden. Unter dem Volke erscheint der Führer einer geistigen Gemeinschaft, welcher diesen Sieg der Menschenwissenschaft feiert. Er spricht davon, daß dies ein Sieg sei, bedeutungsvoller als die einstigen Waffensiege. Eine Zeit der hoffnungsvollsten geistigen Entwickelung stehe bevor."},{"locus":"GA 44/01_02/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p013","passage_number":13,"word_count":34,"text":"Strader im Gespräche mit Theodora, die seine Frau geworden. Er redet ihr davon, was der geistige Erfolg des Thomasius bedeutet für die Menschheit. Und wie er selbst dadurch neuen Lebensmut und neue Lebenshoffnung gewinne."},{"locus":"GA 44/01_02/p014","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p014","passage_number":14,"word_count":86,"text":"Maria mit Thomasius, dem sie sich wieder glaubt nahen zu dürfen, weil er einen Höhepunkt seines Lebens erreicht hat. Aus seinem Gespräche mit ihr jedoch wird klar, daß er selbst in dem Augenblicke allen Grund für seine Geistesarbeit verloren hat, in welchem für sie die andre Menschheit erobert ist. Er erkennt die Machtlosigkeit seiner Geistesarbeit. Und in ihr die Machtlosigkeit alles menschlichen Strebens. Er ahnt zunächst, daß er auf dem Grunde zerstörender Mächte hat arbeiten müssen. Diese Ahnung tritt vor seine Seele in Gestalt eines Schauens."},{"locus":"GA 44/01_02/p015","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p015","passage_number":15,"word_count":72,"text":"Er wird in die finstre Seelenwelt geführt. An dem, was er da sieht, merkt er, daß die Menschheit in der Erkenntnis, welche sie gewinnt, ihre ihr ursprünglich gegebenen Kräfte aufzehrt, so daß sie keine weiteren Kräfte hat, das zu leben, was sie erkennt. Die Erkenntnis wäre nur wahr, wenn die Kräfte zu ihrer Verwirklichung nicht durch diese Erkenntnis er-sterben müßten. So wird die Erdenarbeit vernichtet, damit Lucifer nicht sein Ziel erreichen könne."},{"locus":"GA 44/01_02/p016","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p016","passage_number":16,"word_count":66,"text":"Maria wird von Bened. in seine Geheimnisse eingeweiht. Er sagt ihr, wie er die Kräfte, die er in Thomasius' Seele gelegt hat, von Ahriman hat erkaufen müssen. Er habe für diese Kräfte einen Teil der eignen Seelenkräfte als Pfand geben müssen. Diese seien verfallen, wenn Thomasius in seiner Ohnmacht verharrt. Nur Maria könne Rettung bringen, wenn sie Thomasius selber in das Reich der finstern Seelenwelt führe."},{"locus":"GA 44/01_02/p017","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p017","passage_number":17,"word_count":303,"text":"DER HÜTER DER SCHWELLE:  \nWenn dein Herz beschließen kann,  \nDiese Schwelle zu überschreiten,  \nSo mag es geschehen.  \nDoch wisse, daß du in diesem Reiche finden wirst,  \nWozu deines Lebens Früchte dir verhelfen.  \nDu kennst sie nicht  \nDie Kräfte, welche diese Früchte reifen ließen.  \nIch kann sie dir nicht enthüllen.  \nDenn nie vermag mein Geist zu schauen,  \nWas der Welten Fürsten in Menschenherzen pflanzen.  \nNie begehrte ich zu schauen  \nIn dieser Fürsten unheilvolle Werkstatt.  \nDoch seh ich an deinem Wesen,  \nIn das meine Blicke dringen können,  \nWas von deinem Lebensinhalt  \nAbfallen muß wie dürres Laub von Bäumen,  \nWenn du das Reich betreten willst,  \nDem ich zum Hüter bin bestimmt.  \nIch schau in deiner Seele,  \nWie sie ihr Selbst bewahren will.  \nHier wird dies Selbst in Nichts verschwinden,  \nUnd Glied nur darfst du sein  \nIn höherer Wesen Leben.  \nIm Erdenleben ward dir teuer  \nDer Spruch, dem man Wunderkraft verheißt,  \nErkenne dich selbst —.  \nHier leben Wesen nur  \nDie dienen andrem Selbst  \nUnd wirken aus andrem Denken.  \nDein Selbst erkenne ich als Wesen nur,  \nDas ich zertreten muß,  \nWenn es sich meinem Wesen naht.  \nUnd gelernt hast du  \nDurch vieler Erdenleben Lauf,  \nDen Blick zu richten  \nIn Reiche, die dem Blick begegnen  \nMit ihrem gleißnerischen Offenbarungsschein.  \nMir ist Pflicht, in Nebeldunst zu wandeln  \nAlles, was du je so sehen konntest,  \nUnd rückwärts nur darf  \nDeine Seele schauen  \nIn ihres Wesens Wurzelkräfte.  \nEs gab nie Zeiten,  \nWo Geister meinesgleichen Andres schauten.  \nWas dir je schön und groß gedäucht,  \nVerlassen mußt du es.  \nDies Flammenschwert  \nEs muß bei deinem Eintritt  \nDir aus der Erinnrung löschen,  \nWoraus du Freude oft getrunken,  \nWorin du in Seligkeiten schwelgtest.  \nUnd was am schwersten dir wird dünken:  \nEs wird kein Wechsel im Geschehen  \nDeiner Seele Lust entsprechen.  \nDer Ewigkeiten wandelloses Sein  \nWird, geburt- und todentblößt,  \nIn gleicher Art dir stets vor Augen stehn."},{"locus":"GA 44/01_02/p018","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p018","passage_number":18,"word_count":34,"text":"THOMASIUS:  \nSo wird von mir genommen  \nAlles, was ich bin,  \nUnd aus der Seele mir getilgt,  \nWas ich je für sie erworben habe?  \nUnd auch Erinnerung an Erlebtes,  \nSoll auch sie mir ausgetilget sein."},{"locus":"GA 44/01_02/p019","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p019","passage_number":19,"word_count":55,"text":"DER HÜTER DER SCHWELLE:  \nWie weit Erinnerung dir verbleiben kann,  \nIch weiß es nicht.  \nDoch seh ich an Deiner Seelenart  \nDaß alles, was Dir so verbleibt,  \nIn unsren Reichen Ärgernis  \nUnd Zorn erregen muß.  \nDen Frieden, den du hier  \nDurch solches Wesen rauben mußt,  \nEr kann als Bitternis  \nFür Ewigkeit nur auf  \nDich selber fallen."},{"locus":"GA 44/01_02/p020","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p020","passage_number":20,"word_count":2,"text":"THOMASIUS: ..."},{"locus":"GA 44/01_02/p021","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p021","passage_number":21,"word_count":172,"text":"THOMASIUS:  \nErhabner Herrscher im Schönheitsglanz,  \nDer du erstrahlst in einer Würde,  \nDie im Sonnenauge offenbart  \nDer Welten allertiefste Gründe  \nUnd zu deiner Offenbarung nichts bedarfst  \nAls nur deines eignen Willens Wesen:  \nVon deinen Lippen sprechen nicht Gebote,  \nDenen zu folgen als Pflicht erscheint.  \nIm Innern muß sich regen der Seele,  \nDie zu dir sich verständig wendet,  \nIn Freiheit jeder Trieb,  \nZu sein wie du selbst.  \nDenn solches Wesen wird  \nEin Bild in sich ruhender Vollendung.  \nHier, wo des Erdenschleiers Trübnis  \nVon mir genommen ist,  \nVersteh ich erst dein wahres Wesen.  \nIn Menschenwirrnis mußt  \nDu dich anders zeigen,  \nAls du in Wahrheit bist.  \nDort scheinen zu widersetzen sich  \nDeine Triebe des Menschen höherm Wesen,  \nUnd würdig scheint das Leben  \nErst zu sein, wenn es bekämpft,  \nWas von dir stammt.  \nDoch wenn in Edelmetall  \nUmgeformt diese Triebe werden,  \nWie sie hier in deiner echten Gestalt erscheinen  \nSo bilden sie ein höchstes in der Welt.  \nSie sichern den Wesen,  \nDie sie besitzen, hehren Lichtesglanz,  \nDaß es der Welten Schönheit  \nIn selbsteigner Kraft  \nSich würdig eingeselle."},{"locus":"GA 44/01_02/p022","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p022","passage_number":22,"word_count":81,"text":"LUCIFER:  \nWenn du mich so erkennst  \nUnd als Frucht in dir erzeugst,  \nWas du an mir erschaust,  \nWirst du meiner Herrschaft Reich  \nIn Menschheitsphären gründen  \nUnd mit meinem Siege  \nDen eignen Sieg dir sichern.  \nDenn wisse, ich will dich nicht  \nZum Diener machen meiner selbst  \nOder zum Gliede eines andern Wesens.  \nIch bin des starken Weltenfürsten  \nFreier Sohn und brauche zu des eignen Wesens  \nVollendung nichts als den Anblick  \nSolcher Wesen, die durch eignes Begehren  \nIn meiner Art mir selber gleichen."},{"locus":"GA 44/01_02/p023","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p023","passage_number":23,"word_count":36,"text":"THOMASIUS:  \nIch fühle, wie die Weisheit,  \nDie meinem Menschenwesen eignet,  \nDich verleumden muß.  \nIch fühle hier mich in klarer Wesenheit  \nUnd weiß, daß ich durch nichts  \nMir selbst gehören kann,  \nAls durch die Nachbildung deines Wesens."},{"locus":"GA 44/01_02/p024","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p024","passage_number":24,"word_count":70,"text":"LUCIFER:  \nSolches Fühlen gibt mir die Kraft,  \nDich vor meines ältern Bruders Thron  \nZu führen. Ich bin ihm nicht verbunden,  \nWie auf Erden verbunden ist  \nDer Sohn dem Vater  \nOder der Bruder dem Bruder.  \nWir haben uns im Weltenall gefunden,  \nWeil des Einen besondre Art,  \nWenn sie im vollen Glanze  \nSich zur Offenbarung bringt,  \nVollendung gibt dem Andern.  \nSo folge mir zu ihm,  \nDer sich des Chaos echten Sprossen nennt."},{"locus":"GA 44/01_02/p025","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p025","passage_number":25,"word_count":144,"text":"AHRIMAN:  \nSo wälz ich denn im ewigen Lauf  \nDes Menschenlebens Feuerräder  \nDen steilen Abhang hinan.  \nIch fühle im Innern,  \nWie Menschenseelen jauchzen,  \nWenn ich bergan das Element hebe.  \nEs tönt in mir der Festesjubelklang,  \nWenn fortschreitend Menschengeister  \nVon Stufe zu Stufe geführt sich fühlen.  \nDoch wie oft ich auch nun schon  \nDas Werk begonnen und vollendet glaubte,  \nEs ward stets andres nicht  \nAls Anfang eines neuen Schaffens.  \nSo fühl ich Ungewißheit mich quälen,  \nOb je ein Ziel sich finden läßt.  \nUnd wissen kann ich Eines nur:  \nDas Ende wird erreicht,  \nWenn in EINER Menschenseele nur,  \nTitanenwerk, durch mich verrichtet,  \nEin Fünklein nur entfacht,  \nDas dort dann weiter flammen kann.  \nSo groß mein Werk auch ist,  \nDies Fünklein braucht es,  \nWenn es zum Ziele kommen soll.  \nSchon mancher faßte den Entschluß,  \nDoch bald ertötete seinen Feuerkeim  \nDie Furcht vor jenen Welten,  \nDie mich gefesselt halten."},{"locus":"GA 44/01_02/p026","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p026","passage_number":26,"word_count":60,"text":"THOMASIUS:  \nHier steht der Mensch,  \nDem der Funke sich entzünden soll.  \nWer wie ich im Menschensein  \nGelernt hat, wie Vernichtung  \nDes stärksten Erdengeistes Los muß sein,  \nDem muß Furcht und Schrecken ferne sein,  \nAuch wenn er vor dem Bilde  \nEwigen Schreckens sich gestellet sieht.  \nIch will in deiner Sphäre wirken  \nUnd wirkend deines Bruders Bild  \nIm Weltenall an mir vollenden."},{"locus":"GA 44/01_02/p027","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p027","passage_number":27,"word_count":5,"text":"MARIA aus der Ferne:  \n*Thomasius*"},{"locus":"GA 44/01_02/p028","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p028","passage_number":28,"word_count":26,"text":"THOMASIUS: Oh, was will dieser Laut.  \nEr tönt nicht nur, er zwingt.  \nEr drängt in meines Wesens Tiefe sich.  \nEr reißt mich aus dem Sein.  \n(Verfinsterung)"},{"locus":"GA 44/01_02/p029","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p029","passage_number":29,"word_count":2,"text":"*Thomas. Maria:*"},{"locus":"GA 44/01_02/p030","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p030","passage_number":30,"word_count":220,"text":"MARIA:  \nEs war, Johannes, meines Lebens schwerster Gang,  \nDer jetzt zu dir mich führte.  \nIch brauchte den Beistand aller guten Wesen,  \nDenen mich Benedictus' Weisheit je verbunden,  \nZu besiegen alle Widerstände,  \nDie sich mir entgegenstellten.  \nWas ich als Schwäche je gefühlt,  \nWas ich begehren konnte in meines Lebens Lauf,  \nEs rang sich los aus meinem Wesen  \nUnd wurde eigne Wesenheit.  \nSo stand ich vor tausenden Seelen,  \nDie ich zu bekämpfen hatte.  \nSie kämpften nicht als Feinde,  \nSie lockten als Verführer;  \nSie verhießen Seligkeiten,  \nUnd wenn ich mich von ihnen wandte,  \nDann verfinsterten sie mein Gedankenlicht,  \nDaß mir die Erinnerung schwinden sollte  \nAn alles, was aus Weisheitquellen  \nMir geworden, mich zu entwinden  \nDen Feinden eignet Wesenheit.  \nSie konnten meines Führers edle Gaben  \nMir doch nicht entwinden.  \nSo fand ich mich denn stets  \nIn meines Wesens bestem Teil  \nUnd konnte deine Seele finden.  \nIn jenem Wesensgliede  \nMußt ich sie fassen,  \nDas sich zwar verlieren kann,  \nDoch im Verluste  \nSich ewigem Tode weiht.  \nIch mußt es dir erretten.  \nDu hättest jenen Funken,  \nDer in jedem Menschen schläft,  \nIn des Chaos furchtbarem Reich  \nEntzünden können, doch hättest  \nDu ihn ewiglich der Welt entzogen,  \nFür die du ihn erhalten hast.  \nSo bald du hier dich wiederfindest,  \nIst's unmöglich dir, zu denken,  \nDaß du dich von deinem Ursprung lösest  \nUnd dem Bau von andern Welten weihst."}]}